Türkei: Patriarch Bartholomaios 30 Jahre im Amt

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hat am 22. Oktober den 30. Jahrestag seiner Wahl zum Kirchenoberhaupt begangen. Weltweit fanden in den orthodoxen Kirchen aus Anlass des Jubiläums Gottesdienste statt. Patriarch Bartholmaios beging den Jahrestag am Sitz des Ökumenischen Patriarchats (Phanar) in Istanbul. Mit zahlreichen Bischöfen, Priestern und Gläubigen feierte er in der Georgskathedrale im Phanar einen Gottesdienst. Besondere Glückwünsche wurden dabei von Metropolit Epifanij (Dumenko), Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU), verlesen. Patriarch Bartholomaios hatte der OKU Anfang 2019 die Autokephalie verliehen, was die Russische Orthodoxe Kirche veranlasste, die Beziehungen zum Ökumenischen Patriarchat auszusetzen.

In seiner Ansprache sagte Patriarch Bartholomaios u.a., dass er sich in den vergangenen 30 Jahren um die Jugend bemüht habe. Es brauche gebildete, fromme und offenen junge Menschen „mit kirchlicher Gesinnung und Liebe zu den Mitmenschen“. Zudem hob der Patriarch die Notwendigkeit der Ökumene und des interreligiösen Dialogs hervor.

Der 81-jährige Bartholomaios, bürgerlich Dimitrios Archondonis, war am 22. Oktober 1991 zum Erzbischof von Konstantinopel und Ökumenischen Patriarchen gewählt worden. Der Patriarchenstuhl von Konstantinopel ist der Erste unter den anderen Oberhäuptern autokephaler Kirchen orthodoxer Christen in aller Welt. Sein Inhaber gilt somit als „Primus inter pares“ (Erster unter Gleichen). Sein Sitz ist im Phanar, einem Stadtviertel in Istanbul. Der Patriarch gilt als 270. Nachfolger des Apostels Andreas.

Wie das Amt des „Primus inter pares“ auszufüllen ist, gehört zu den innerorthodoxen Streitpunkten: Während Bartholomaios die Rolle Konstantinopels als „Mutterkirche“ der Orthodoxie stark betont und eine Koordinationsfunktion für die eigenständigen orthodoxen Kirchen beansprucht, wird ihm von Moskau und anderen der Vorwurf gemacht, damit das katholische Organisationsmodell kopieren zu wollen. Weltweite Anerkennung findet Bartholomaios indes für sein ökologisches Engagement, das ihm den Ehrennamen „Grüner Patriarch“ eingebracht hat. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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