Griechenland: Orthodoxe Kirche führt „Tag des ungeborenen Kindes“ ein

Die Hl. Synode der Griechischen Orthodoxen Kirche hat entschieden, einen kirchlichen „Tag des ungeborenen Kindes“ einzuführen. Der Tag soll jeweils am Sonntag nach Weihnachten gefeiert werden. In der Bekanntmachung heißt es, der Beschluss solle Kinder schützen und dazu beitragen, das demografische Problem des Landes zu beheben. In einem Vortrag in Athen hatte Metropolit Ignatios (Georgakopoulos) von Dimitrias 2017 geschätzt, dass die griechische Bevölkerung in den nächsten 20 Jahren um eine halbe bis ganze Million schrumpfen werde.

Ignatios verortete die Ursachen für den Bevölkerungsrückgang primär im spirituellen Bereich. Dabei nannte er die „Herabsetzung der Institution der Familie“, die „psychologische und intellektuelle Unreife der Gesellschaft“, die „erschreckend hohe Zahl von Abtreibungen“, den „scheinbaren Wohlstand, in dem mehrere Generationen aufwuchsen“, die „Abwertung der Mutterschaft“ und einen relativistischen Zugang zum Glauben. Er wies auf mehrere Initiativen der Kirche hin, um der demografischen Krise entgegenzuwirken, darunter eine Geldprämie für die Geburt eines dritten Kindes in Thrakien, gratis Kindergärten in jeder Eparchie sowie finanzielle Unterstützung für Familien.

Die Bewegung Lass mich leben, die der Hl. Synode den Vorschlag zur Einführung des Tages gemacht hatte, zeigte sich „erfreut und dankbar“. Sie vertritt die Ansicht, dass ungeborene Kinder von der Empfängnis an Personen und Bilder Gottes seien. Daher setzte sie sich für den bedingungslosen Schutz des Lebens der Kinder ein. In Griechenland gilt seit 1986 eine Fristenlösung, die eine Abtreibung bis zur zwölften Woche erlaubt. Bei erschwerenden Umständen kann diese Frist verlängert werden, bei Lebensgefahr für die Mutter ist eine Abtreibung bis zum Geburtstermin möglich.

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