Serbien: Jahresgedenken an Patriarch Irinej

Am 20. November hat der serbische Patriarch Porfirije einen Gedenkgottesdienst für seinen Vorgänger, Patriarch Irinej, geleitet. Die Feier fand am ersten Todestag Irinejs in der Krypta der Sveti Sava-Kathedrale in Belgrad statt. Der an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorbene Irinej ist das erste Oberhaupt der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK), das dort begraben liegt. An der Feier nahmen zahlreiche Gläubige, der serbische Außenminister Nikola Selaković, der Leiter der Behörde für die Zusammenarbeit mit Religionsgemeinschaften, Vladimir Roganović, Diplomaten sowie Vertreter des kulturellen und öffentlichen Lebens in Serbien teil.

In seiner Predigt lobte Patriarch Porfirije den Verstorbenen für seinen einheitlichen Zugang zu allen Lebensbereichen. In ihm – „in seinem Wort, seiner Tat, seinem Verhältnis vom Leben“ – sei „alles eins und einheitlich gewesen: ein Mensch, ein Volk, aber auch eine Kirche, die dieses Volk zu einem tatsächlichen Volk formt“. Jeder, der Irinej auch nur einmal begegnet sei, habe seine „Einfachheit, Spontaneität, Unmittelbarkeit und zugleich das große Herz“ sehen können. E habe bewiesen, dass „mehr Verständnis, mehr Offenheit einander gegenüber und mehr Bereitschaft, einander zu verzeihen“, möglich seien. Diese Eigenschaften braucht laut Porfirije in der heutigen Zeit jeder Mensch am dringendsten.

Zum Andenken an Patriarch Irinej, dem die Bildung sehr am Herzen gelegen habe, kündigte Profirije einen Wettbewerb für ein jährliches Stipendium für den jeweils besten Studierenden der Fakultäten der Universität Belgrad – die Juristische, Philosophische, Technische, Medizinische und Theologische Fakultät – an. Die SOK habe historisch eine wichtige Rolle in der Bildung gespielt, erklärte Porfirije, deshalb wolle er als Patriarch und Universitätsprofessor diese Tradition weiterführen, zunächst mit dieser begrenzten Initiative und „in den kommenden Jahren hoffentlich in viel größerem Umfang“. Die Stipendienvergabe sei ein „Ausdruck des Ansporns, der Solidarität, der zwischenmenschlichen Unterstützung vor allem für gute Studenten, aber auch der Solidarität zwischen den Fakultäten“. Am Wettbewerb teilnehmen können alle Studierenden, die im letzten Studienjahr an einer der betreffenden Fakultäten immatrikuliert sind. (NÖK)

In memoriam Patriarch Irinej (Gavrilović)

patriarch irinejAm 20. November ist der serbische Patriarch Irinej an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Irena Zeltner Pavlović blickt auf sein Wirken und die Charakteristiken seiner Amtszeit als Patriarch der Serbischen Orthodoxen Kirche zurück.


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