Slowenien: Erzbischof Zore "dankbar" für Unabhängigkeit Sloweniens

Zum 30. Jahrestag der Unabhängigkeit Sloweniens hat Erzbischof Stanislav Zore von Ljubljana einen Festgottesdienst mit der Staatsspitze des Landes gefeiert. In der Kathedrale von Ljubljana zeigte er sich dabei am 22. Juni auch „stolz und dankbar“ gegenüber jenen, die sich in der Kirche für die Unabhängigkeit eingesetzt hätten. Bischöfe, Priester und Laien hätten während der „Zeit der Unterdrückung“ die „Freiheit in ihren Seelen getragen“ und sich diese trotz bis zur Gefangenschaft reichender Schikanen bewahrt, sagte der Vorsitzende der Slowenischen Bischofskonferenz im Beisein von Staatspräsident Borut Pahor, Ministerpräsident Janez Janša und ausländischen Staatsgästen, unter ihnen der österreichische Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka.

Zore erinnerte unter anderen an den ehemaligen Belgrader Erzbischof Franc Perko (1929–2008), der in jungen Jahren vom kommunistischen Regime Jugoslawiens wegen „feindlicher Propaganda“ zu mehreren Jahren Kerker verurteilt worden war, und den früheren Erzbischof Alojzij Šuštar (1920–2007) von Ljubljana, der Anfang der 1990er Jahre als „wahrer Botschafter Sloweniens in Europa“ gewirkt habe. Heute habe Slowenien als Nation viele Ziele der Unabhängigkeitsbestrebungen vor drei Jahrzehnten erreicht, so der Erzbischof. „Wir sind vielleicht noch nicht in allen Segmenten der Gesellschaft angekommen, aber diejenigen, die die Funktionsweise des alten Systems aus der Nähe kennen, wissen, welchen Weg wir gegangen sind.“

Trotz seiner positiven Einschätzung des Erreichten sprach Zore auch Mängel an. Noch sei nicht alles geschafft, was „wir wollten“, unter anderem, dass „nicht nur die Ordnung, sondern auch das Denken und Handeln der Menschen demokratisch ist“, sagte der Erzbischof von Ljubljana. Praktiken früherer Zeiten müssten aus der Tätigkeit aller gesellschaftlichen Institutionen gänzlich verschwinden.

Die Slowenen sollten sich zudem darauf einigen, „was wirklich das Fundament ist, auf dem wir das Haus unseres Staates bauen“, hielt Zore fest. Dabei müsse die „geistige Geschichte unserer Nation, die Geschichte des Christentums“ anerkannt werden. „Es hat heute den Anschein, als ob sich einige des Christentums schämen, das in unsere Vergangenheit und in vielerlei Hinsicht in unsere Gegenwart eingebaut ist“, bedauerte der Erzbischof.

Die Sloweninnen und Slowenen rief Zore zum Schutz des Gemeinwohls und der gemeinsamen Suche nach Wohlstand und einem respektvollen Miteinander in der Gesellschaft auf. „Sich gegen alles und jeden allein zu stellen, baut eine Gesellschaft oder ein Land nicht auf, sondern zerstört sie“, warnte der Bischofskonferenz-Vorsitzende. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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