Deutschland: Festakt zum 25-jährigen Bestehen des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis

Der Präsident des Deutschen Bundestags, Wolfgang Schäuble, hat das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis anlässlich seines 25-jährigen Bestehens gewürdigt. Die Welt sei stets gestaltungsbedürftig und es gelte das Zusammenleben auch „in Europa mutig und zuversichtlich zu gestalten“, sagte er am 28. September 2018 vor rund 300 Gästen aus 26 Ländern in der Katholischen Akademie in Berlin.

Der Bundestagspräsident hob in seiner Laudatio die Verdienste des Hilfswerks hervor: Die Arbeit von Renovabis sei ein ermutigendes Zeichen, weil sie zeige, dass es möglich ist „Grenzen zu überwinden, solidarisch zu helfen und partnerschaftlich am Aufbau freiheitlicher Gesellschaften mitzuwirken.“ Dabei gebe es natürlich auch Widerstände und Hürden. Insbesondere die Erinnerung an vergangene Unrechtserfahrungen könne qualvoll sein. Sich ihr zu stellen und trotzdem Einigendes statt Trennendem hervorzuheben, das sei die Grundlage, auf der sich ein friedliches Miteinander in Europa entwickeln könne.

Dabei sei der gemeinsame Dialog, „den Renovabis bereits früh als wichtiges Instrument erkannt und gefördert hat“, ein unverzichtbares Mittel. „Zusammen kommen wir nur, wenn wir einander zuhören und ernstnehmen – so schwierig das bisweilen auch sein mag“, sagte Schäuble. Die Anerkennung der gesellschaftlichen Vielfalt in Europa sei der Schlüssel zum konstruktiven Dialog und zur Erneuerung. Allerdings werde der Wille zur Veränderung oft genug durch starres Festhalten an überkommenen Traditionen behindert. „Während einige Menschen hinter die Gegenwart zurück wollen“, unterstrich Schäuble, versäumten sie „die enorme Chance, die sich aus einer steten Erneuerung ergibt.“

Er schloss seine Rede mit einem Appell gegen eine „Globalisierung der Gleichgültigkeit“, vor der auch Papst Franziskus gewarnt hatte. Ihr gelte es entschlossen entgegenzutreten. Die Welt sei fortwährend gestaltungsbedürftig und die Gestaltung des gesellschaftlichen, politischen Lebens in Europa sei, so Schäuble, eine fortwährende Aufgabe für alle Menschen guten Willens und natürlich auch für die Verantwortlichen, Freunde und Partner des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis.

Der Hauptgeschäftsführer von Renovabis, Pfarrer Christian Hartl, dankte den deutschen Katholiken, die die Arbeit von Renovabis durch ihre Spenden erst möglich machen, für ihre Solidarität. Er rief dazu auf, sich von den Aufbrüchen in den mittel- und osteuropäischen Ländern für die anstehenden Herausforderungen sensibilisieren und ermutigen zu lassen.

Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Im März 1993 wurde Renovabis von der Deutschen Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gegründet.

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