Vatikan entschuldigt sich offenbar in Moskau wegen Papstworten

Der Vatikan hat sich offenbar für Worte des Papstes über ethnische Minderheiten in der Russischen Föderation entschuldigt. Vatikansprecher Matteo Bruni erklärte dazu am 15. Dezember: „Ich kann bestätigen, dass es diesbezüglich diplomatische Kontakte gab.“ Zuvor hatte eine Sprecherin des russischen Außenministeriums von einer Entschuldigung durch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin gesprochen und die Angelegenheit als erledigt bezeichnet. Vatikan-Pressesprecher Matteo Bruni bestätigte laut internationalen Nachrichtenagenturen, dass es zu der Causa diplomatische Kontakte gegeben hat.

Anlass waren Worte des Papstes in einem am 22. November veröffentlichten Gespräch mit der Jesuitenzeitschrift America. Dort hatte Franziskus gesagt, die grausamsten Soldaten der russischen Armee seien „vielleicht jene, die zu Russland gehören, aber nicht zur russischen Tradition, wie etwa die Tschetschenen, die Burjaten und so weiter.“

Damit bezog sich der Papst offenbar auf Medienberichte, wonach Soldaten aus dem Kaukasus und aus Südsibirien einen relativ großen Anteil der russischen Invasions-Streitmacht in der Ukraine stellen und an vielen Kriegsverbrechen beteiligt sein sollen. Der russische Außenminister Sergej Lavrov bewertete die Worte nach Veröffentlichung des Papst-Interviews als „unbegreifliche Aussage“, die „der Autorität des Heiligen Stuhls nicht dienlich“ sei. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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