Russland: Putin gratuliert Kirill zu 17 Jahren Dienst als Patriarch
Am 1. Februar jährte sich die Inthronisation Kirills als Patriarch der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) zum 17. Mal. Aus diesem Anlass traf er mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin zusammen, der ihm zum Jubiläum gratulierte und seine Arbeit als Kirchenoberhaupt lobte. Insbesondere hob er dessen Verdienste in der Administration der ROK hervor, die zu einer Stärkung der Gemeinden und der Organisationsstruktur der Kirche geführt hätten. Diese organisatorische Arbeit erlaube es, auch im zentralen Bereich des spirituellen Dienstes „effektiv zu arbeiten“.
Patriarch Kirill wiederholte einmal mehr, dass es der Kirche noch selten in ihrer Geschichte so gut wie heute gegangen sei, was sich der guten Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat verdanke. Diese Zusammenarbeit stelle einen „ziemlich einzigartigen Fall in der christlichen Geschichte, insbesondere in Russland“ dar. Unter den Zaren sei zwar alles gut gewesen, aber der Zar sei auch das kirchliche Oberhaupt und die Kirche somit Teil des Staatsapparats gewesen. Deshalb sei nach der Russischen Revolution auch die Kirche verfolgt worden. Das „Niveau der heutigen Zusammenarbeit“ in Russland sei „ein sehr, sehr überzeugender Beleg erstens für die Richtigkeit der staatlichen Politik gegenüber der Kirche, aber auch für die würdige Position der Kirche in der Gesellschaft und die spirituelle Unterstützung unseres Volks“, sagte der Patriarch weiter.
Am gleichen Tag fand auch ein Festgottesdienst in Anwesenheit zahlreicher Bischöfe der ROK sowie weiterer kirchlicher und staatlicher Vertreter statt. Auch bei dieser Gelegenheit dankte der Patriarch Gott für die günstigen Zeiten für die Kirche. Diese seien dadurch bedingt, dass viele zentrale staatliche Würdenträger „aktive Mitglieder der Kirche“ seien, was früher unvorstellbar gewesen sei. Zudem erstarke die ROK zusehends, aber nicht, weil sie politische Ziele verfolge. Politisch sei sie schwach, da ihr die Politik fremd sei, aber als „spirituelle Kraft des Volks“ werde sie immer stärker.
Der Hl. Synod der ROK betonte in seinem Gratulationsschreiben ebenfalls die „beständigen, schöpferischen und wohlwollenden Beziehungen mit der Staatsmacht“, die eine „einzigartige Charakteristik unserer Zeit sind“ und sich den Bemühungen des Patriarchen verdankten. Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte Russlands stünden gläubige Menschen an der Spitze des Landes. Mit Kirills Patriarchat habe für die ROK eine „neue, dynamische und schöpferische Epoche“ begonnen, in der neue Kirchen und Klöster gegründet und die Bildungs-, Jugend- und Sozialarbeit entwickelt worden seien. Außerdem könne die ROK christliche Ideale und traditionelle Familienwerte erfolgreich verteidigen. Zudem lobte der Hl. Synod Kirill dafür, unerschütterlich die „Reinheit des Glaubens und die kanonische Ordnung“ zu bewachen und den „Weg zu Buße und Frieden“ zu zeigen. Dabei unterstützt Patriarch Kirill entschieden den bereits vier Jahre dauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. (NÖK)

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