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Russland: Metropolit Ilarion bleibt doch in Russland

13. August 2026

Der russische Patriarch Kirill hat seine Anordnung zur Versetzung von Metropolit Ilarion (Alfejev) nach Brasilien vorübergehend aufgehoben. Auf Bitten Ilarions, ihm den Aufenthalt in Russland zu erlauben, damit er sich um seine betagte Mutter kümmern kann, erließ der Patriarch am 29. Juli eine neue Anordnung. Darin weist er Ilarion das Kreuzerhöhungskloster in Domodedovo in der Nähe von Moskau als Wirkungsstätte zu.

Metropolit Ilarion war lange Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats. 2022 wurde er nach Budapest versetzt, wo er als Leiter der Eparchie Ungarn diente. Im Sommer 2024 wurden Anschuldigungen seines früheren Mitarbeiters Georgij Suzuki bekannt, der ihm sexuelle Übergriffe und andere Vergehen vorwarf. Ilarion wies die Vorwürfe zurück und stellte sie als Erpressungsversuch dar. Ende 2024 wurde er als Leiter der Eparchie Ungarn abgesetzt und in den Ruhestand versetzt. As Dienstort wurde ihm die Kirche der Hl. Apostel Petrus und Paulus in Karlovy Vary in Tschechien zugewiesen. Im Mai wurde er in Karlovy Vary von der Polizei angehalten, diese fand in seinem Auto ein weißes Pulver, das sie später als Kokain identifizierte. Ilarion verließ nach seiner kurzzeitigen Verhaftung Tschechien und kehrte nach Russland zurück. Am 3. Juni entschied Patriarch Kirill, ihn nach Brasilien zu versetzen.

Die Orthodoxie-Expertin Ksenia Luchenko wies darauf hin, dass die Leiterin des Kreuzerhöhungsklosters, Igumenija Jekaterina (Tschajnikova), eine erfahrene „kirchliche Managerin“ sei, die dem Patriarchen nahestehe. Bekannt sei sie wegen eines Skandals um einen Konflikt mit einem Kinderrehazentrum auf dem Gebiet des Klosters in den 2010er Jahren. Zudem verfügte sie laut Luchenko aufgrund einer Zusammenarbeit mit der Kathedrale von Narva der Estnischen Orthodoxen Christlichen Kirche, die kanonisch mit dem Moskauer Patriarchat verbunden ist, über eine estnische Aufenthaltsbewilligung. Diese wurde aufgehoben, weil das Kreuzerhöhungskloster aktiv Spenden für Russlands Krieg gegen die Ukraine sammelt, Munition und Drohnen dafür kauft und Reisen in die besetzten Gebiete unternimmt. Somit versieht Metropolit Ilarion seinen Dienst künftig in einer ideell linientreuen Klostergemeinschaft. (NÖK)

Keine Verbannung, sondern ein Standortwechsel

Überraschend hat der Hl. Synod der Russischen Orthodoxen Kirche den langjährigen Leiter des Kirchlichen Außenamts, Metropolit Ilarion, von seinem einflussreichen Posten abberufen. Andrey Shishkov zu den Hintergründen und zum Nachfloger Ilarions im Außenamt.