Ukraine: Metropolit der Krim will Kirche nicht abreißen

Die russischen Behörden auf der Krim verlangen, dass eine Kirche der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) in Jevpatorija abgerissen wird. Zudem haben sie Metropolit Kliment (Kuschtsch), der der Anordnung keineswegs Folge leisten will, eine Buße erteilt. Die Vertretung des Präsidenten der Ukraine auf der Krim erklärte auf Facebook, dieses Vorgehen ziele darauf, die OKU „von der vorübergehend besetzten Halbinsel Krim zu verdrängen“. Die Vertretung werde alles ihr Mögliche tun, um die OKU zu schützen, unter anderem werde sie Diplomaten und internationale Organisationen über die „systematischen Verletzungen der Religionsfreiheit“ informieren.

Bereits im November 2019 hatte ein Gericht auf der Krim entschieden, dass die betreffende Kirche abgerissen werden müsse. Begründet wurde das damit, dass es keine gültige Baugenehmigung für die 2014 errichtete Kirche gegeben habe. Am 23. Juli 2020 hatten dann die Behörden den Metropoliten zum Abriss aufgefordert. Der Vorfall reiht sich in eine ganze Serie von Auseinandersetzungen zwischen den Behörden der Krim und der OKU ein, deren Eparchien auf der Krim bis zur Gründung der OKU zur Ukrainischen Orthodoxen Kirche-Kiewer Patriarchat gehört hatte.

Ende Oktober hat sich Metropolit Kliment außerdem an den UN-Generalsekretär António Guterres gewandt und den Druck auf die OKU auf der Krim beklagt. 2014, als die Krim von Russland annektiert wurde, habe es auf der Halbinsel 49 Gemeinden gegeben, die zum Kiewer Patriarchat gehörten. Heute seien sechs davon übrig, davon seien drei in ihrer Existenz bedroht. Er rief die UN-Mitgliedstaaten auf, Verhandlungen mit Russland aufzunehmen, „Beunruhigung“ sei keine Lösung. Nötig sei eine praktische Lösung, die „unser verfassungsmäßiges Recht, auf der Krim in unseren Kirchen der OKU zu beten, gewährleistet“. (NÖK)

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