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Ukraine: Großerzbischof Schevtschuk warnt vor Folgen der Verminung

09. April 2026

Großerzbischof Svajtoslav Schevtschuk, Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, hat in seiner wöchentlichen Videobotschaft wieder mehr internationale Aufmerksamkeit für die ökologischen und humanitären Folgen des Krieges in der Ukraine gefordert. Laut Vatican News kritisierte er, dass die Berichterstattung über „Verbrechen gegen Mensch und Umwelt“ zunehmend aus den Schlagzeilen der Weltmedien verschwinde.

Schevtschuk hob die Situation in Charkiw hervor, das er als „Vorposten des Kampfes für Freiheit und Unabhängigkeit“ bezeichnete. In der Millionenstadt gab es in den vergangenen Tagen zahlreiche Angriffe, die Todesopfer und Verletzte forderten, darunter auch ein Neugeborenes.

Der Großerzbischof betonte die Belastung der jüngeren Generation: „Es ist die Jugend von heute, auf deren Schultern die große Last des Krieges liegt. Und es ist eine Tragödie, dass die Blüte der ukrainischen Nation jeden Tag stirbt.“

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ansprache war der Umweltschutz unter Kriegsbedingungen. Schevtschuk erklärte, dass die Ukraine zu den am stärksten verminten Ländern weltweit gehöre. Fast 140‘000 Quadratkilometer des Territoriums seien durch explosive Gegenstände kontaminiert, was etwa der Hälfte der Fläche Italiens entspricht.

Die Beseitigung dieser Minen werde Schätzungen zufolge Jahrzehnte dauern. Schevtschuk bezeichnete diese Situation als „eines der größten Verbrechen gegen die Umwelt in Europa in der jüngeren Geschichte“.

In der Ukraine litten derzeit sowohl die Menschen als auch die Natur. Daher müsse das Leben „in all seinen Erscheinungsformen mit einer Stimme verteidigt werden“, so der Großerzbischof. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)