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Ukraine: Nuntius kritisiert Schwäche der Diplomatie weltweit

09. April 2026

Der Apostolische Nuntius in Kyjiw, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, hat zu Ostern zu internationaler Solidarität aufgerufen. In einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur SIR kritisiert Kulbokas die Schwäche der Diplomatie. Es brauche die Stimme des Papstes. Nicht nur in Bezug auf die Ukraine bestehe weltweit die Tendenz, „noch mehr Chaos zu säen als zuvor“. In diesem Chaos seien „neue globale Akteure“ versucht, „auf Atomwaffen zurückzugreifen“, so der Nuntius. In diesem Kontext brauche es die Stimme des Papstes, der an das Völkerrecht erinnere und dazu dränge auf Massenvernichtungswaffen zu verzichten.

Kulbokas: „In der gegenwärtigen Situation mag diese Stimme des Papstes und der Kirche einigen wie eine ‚Stimme in der Wüste‘ erscheinen, doch wir sind überzeugt, dass genau dies die Rolle der Kirche ist: schon jetzt, in der dunklen Stunde, den Boden für den Frieden vorzubereiten.“

Viele Gläubige in der Ukraine hätten Ostern 2026 nicht in Kathedralen oder Pfarrkirchen feiern können. Mehrere katholische wie nicht-katholische Bischöfe und Priester hätten für die Liturgie andere Orte suchen müssen, sagte Kulbokas. Besonders schwierig sei die Lage für Kriegsgefangene und festgehaltene Zivilisten.

„Die Osterfreude in der Ukraine ist unvermeidlich mit Blut und Schmerz vermischt“, unterstrich der Nuntius. „Ohne Ostern und ohne die Hoffnung, die wir auf Gott setzen“, wäre für viele Menschen der Krieg „bei weitem noch schwerer“. In vielen Regionen sei die Sicherheitslage angespannt; in frontnahen Gebieten gebe es neben Beschuss auch Minen in Wohngebieten. Deshalb würden Gottesdienste oft nur tagsüber gefeiert. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)