Ungarn: Große Konferenz über Romapastoral in Ungarn

Den Wert des gemeinsamen katholischen Glaubens für die Stärkung der Bande zwischen Roma und Nicht-Roma in Ungarn haben Experten bei einer Tagung zur Romaseelsorge in der Stadt Eger hervorgehoben. "Das Erleben der schwesterlich-brüderlichen Gemeinschaft kann die ganze Gesellschaft durchstrahlen", sagte der Bischof von Vác, Miklós Beer, bei der am 29. September 2018 zu Ende gegangenen dreitägigen Konferenz. "Wenn wir einander ohne eine nachteilige Unterscheidung annehmen, dann übt das auf die ganze Gesellschaft eine heilende Wirkung aus", zitierte die katholische Wochenzeitung "Magyar Kurír" Beer auf ihrem Onlineportal.

An der Tagung nahmen in der Romapastoral aktive Mitarbeiter aus ganz Ungarn teil, der Großteil von ihnen aus stark benachteiligten Ortschaften mit einer überwiegenden Roma-Bevölkerung. Schwerpunkt der jährlichen Konferenz - sie wird von dem nach dem ersten seliggesprochenen Roma, Ceferino Gimenez Malla (1861-1936), benannten Ceferino-Institut gefördert - war diesmal das Thema "Sakramente".

Neben Beer nahmen mit János Székely (Szombathely) und Antal Majnek (Munkatschewo, Ukraine) zwei weitere Bischöfe teil. Roma, die sich in ihrem Glauben angenommenen fühlen, könnte sich auch leichter bessere Lebensumstände schaffen, schilderte Bischof Székely aus der Erfahrung der Seelsorge. Bischof Beer berichtete von einer Initiative in seiner Diözese Vác zur Förderung von Priestern, die selbst aus der Romaminderheit stammen.

Während vielfach im Zusammenhang mit den Roma nur Probleme angesprochen würden, gingen die Veranstalter der Tagung in Eger dieses Jahr einen anderen Weg, freute sich der Roma-Pastoralreferent der Ungarischen Bischofskonferenz (MKPK) Géza Dúl. Sie wollten zeigen, dass Gott die Menschen liebt, und sie "durch die Teilhabe an den Sakramenten in den Mittelpunkt stellt". Hoffnung sei, dass diese Erfahrung sowohl auf die Wunden der Roma, wie auch auf die Gesellschaft heilend wirkt, meinte Dúl.

Der Priester, Soziologe und emeritierte Universitätsprofessor Ferenc Tomka wiederum rief zu einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung für die Verbesserung der Lage der Roma auf. "Wir müssen den Roma beistehen, sie unterstützen, mit langfristigen Bildungsmaßnahmen etwas für sie tun." Tomka wies diesbezüglich auf mehrere erfolgreiche kirchliche Initiativen hin. Er hoffe, sagte Tomka, dass in Ungarn wahrgenommen werde, welche engagierte Verbündete für diese Aufgabe in den Kirchen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu finden sind. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)