Slowakei: 34 Neupriester geweiht

In der Slowakei werden heuer insgesamt 34 Männer zu Priestern geweiht, viele von ihnen in den kommenden Tagen rund um das Apostelfest „Peter und Paul“ am 29. Juni. Laut einer von der gesamtslowakischen Kirchenzeitung Katolicke noviny erstellten Übersicht gibt es 27 Neupriester in der römisch-katholischen und weitere sieben in der griechisch-katholischen Kirche. Im landesweiten Durchschnitt sind die Weihekandidaten rund 28 Jahre alt. Am höchsten ist der Altersdurchschnitt mit 34 Jahren in der Diözese Spiš (Zips), wo zwei über 40 Jahre alte Kandidaten geweiht werden, am niedrigsten ist er mit 26 Jahren in der griechisch-katholischen Erzeparchie Prešov, in der wie auch in der Eparchie Košice sämtliche Kandidaten 26 oder 27 Jahre alt sind. In der Erzdiözese Trnava und in der Diözese Rožňava sind keine Priesterweihen angesetzt. In Trnava wurden allerdings vorab schon im Dezember 2020 drei Männer zu Priestern geweiht.

Der als Publizist und Hochschullehrer an der Katholischen Universität in Ružomberok tätige Kirchenexperte Imrich Gazda hat die vorliegenden Zahlen im Internetportal Postoj einer eingehenden Analyse unterzogen und weitreichende Schlüsse gezogen. Auch wenn der Zuwachs an Neupriestern seit der Jahrtausendwende abnimmt, verfüge die Slowakei jetzt und in naher Zukunft über eine ausreichende Anzahl von Priestern.

Noch nie seit 1989 sei diese Zahl so hoch gewesen wie in den vergangenen Jahren; 2012 sei erstmals die Marke von 3000 Priestern übersprungen worden, im Rekordjahr 2018 habe man 2547 Diözesan- und 684 Ordenspriester gezählt. Die Grundlage dieses Höchststandes sei in den Jahren 1995 bis 2005 gelegt worden, als Hunderte junger Männer geweiht wurden, die zur Zeit des Kommunismus nicht hatten studieren dürfen und die nach der Wende die Seminare füllten. 1996 und 1997 hätten jährlich mehr als 150 diesen Schritt gewagt.

Könnten also in absehbarer Zeit weiterhin alle Pfarrstellen besetzt werden, so würde beim anhaltenden Rückgang der Priesterweihen in etwa 20 bis 30 Jahren eine Krisensituation eintreten, wenn die Angehörigen des Priesterbooms der Jahrtausendwende in den Ruhestand treten, berechnete Gazda. Die fortschreitende Säkularisierung und die vor allem im Osten des Landes spürbare Ab- und Auswanderung werde allerdings die Anzahl der Gläubigen schrumpfen lassen, so dass weniger Priester gebraucht würden. Zugleich kämen auf die Priester jedoch neue Herausforderungen zu. Die alternde, aber technologisch versiertere Bevölkerung verlange eine spezielle Seniorenpastoral, zugleich aber technische Kenntnisse, so der Publizist: „Mit der Oma, die es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in die Kirche schafft, zu skypen oder zu zoomen“ könnte ein „weiteres nützliches Instrument der Pfarrseelsorge sein“.

Weitaus mehr als von der Anzahl der Priester werde „am Ende des Tages“ von der Qualität der Zusammenarbeit von Priestern und Laien abhängen, erklärte Gazda. Es scheine ein „abgedroschenes Thema“ zu sein, doch gebe es „eine Menge Pfarren, in denen das überhaupt nicht funktioniert oder auch nur entfernt davon, wie es sein sollte“. Es gehe dabei nicht nur um die „ein halbes Jahrhundert alten Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils“, sondern auch um das „aktuelle Beispiel von Papst Franziskus, der die Laienministerien verstärkt und die liturgischen Dienste für die Laien ausweitet – ohne dass die Stellung des sakramentalen Priestertums in Zweifel gezogen wird“. Der „Aufbau einer lebendigen und ausgewogenen Gemeinschaft der Priester mit den Gläubigen“ sei „nicht irgendein theologisches Konstrukt, sondern eine direkte Forderung von Jesus“, so Imrich Gazda. Er würde den Priester entlasten und ihm das ermöglichen, „worin er unersetzbar ist – die würdige Spendung der Sakramente“. Zugleich würde er „die Gläubigen mehr ins Leben der Kirche einbeziehen, die Pfarre würde eine neue Vitalität erringen und ihr pastorales und Evangelisierungspotenzial vervielfachen“. Dafür müssten die einen für die anderen beten, denn trotz aller Statistiken werde immer gelten, „dass die Priester ein Abbild der (Orts-)Kirche und des Glaubens der Gläubigen sind“. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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