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Slowakei: 30'000 Menschen bei Pro-Life-Marsch in Bratislava

24. September 2026

Bis zu 30‘000 Menschen haben am 20. September in Bratislava für den Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod demonstriert. Mit Gebeten, Reden und Musik zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmern des nationalen „Marsch für das Leben“, unter ihnen Erzbischof Stanislav Zvolenský von Bratislava und der griechisch-katholische Erzbischof von Košice, Cyril Vasil‘, durch das Zentrum der slowakischen Hauptstadt.

Zugegen war auch Nuntius Nicola Girasoli, der eine Grußbotschaft des Papstes verlas. Leo XIV. weitete darin den Blick vom Schutz ungeborenen Lebens auf alle verletzlichen Menschen. Er ermutige dazu „eine Kultur zu fördern, die besonders für die Verletzlichsten und Wehrlosesten Sorge tragen kann und so zum Aufbau einer geschwisterlicheren und solidarischeren Gesellschaft beiträgt“.

Die Teilnehmer des Pro-Life-Marsches trugen Schilder mit Aufschriften wie „Ich bin für das Leben“ und „Jeder Menschen ist einzigartig“. Im Zentrum stand dieses Jahr die Forderung, das bereits in der Verfassung verankerte Verbot der Leihmutterschaft im Strafrecht zu konkretisieren und auf sämtliche Vereinbarungen über das Austragen eines Kindes für eine andere Person auszudehnen. Der Marsch verband diese Forderung mit zwei weiteren Punkten aus derselben Verfassungsnovelle von 2025: der Zustimmung der Eltern bei der Sexualerziehung und der gesetzlichen Umsetzung der Bestimmung über biologisch bestimmtes Geschlecht.

Langfristig geht es Pro-Life-Vertretern um die Abschaffung jener in der Slowakei geltenden Regelung, welche Schwangerschaftsabbrüche auf Wunsch bis zur zwölften Woche zulässt. „Marsch für das Leben“-Sprecher Dmitrij Olšovský betonte zugleich, dass Lebensschutz nicht bei einem Verbot stehen bleiben dürfe. Man wolle eine Gesellschaft, die „eine Mutter in Not nicht allein lässt, sondern ihr wirkliche Hilfe und Unterstützung anbietet“. Schutz des ungeborenen Lebens solle mit materieller, gesundheitlicher und sozialer Hilfe für Schwangere und Familien in Krisen verbunden werden.

Erzbischof Zvolenský erklärte, er sei gekommen, um angesichts der großen Zahl der Teilnehmer seinen eigenen Glauben „zu stärken“. Sein kurzer Satz spiegelte die Funktion des Marsches als öffentliches Glaubenszeugnis wider: Die Menge sollte nicht nur Politik beeinflussen, sondern auch den Zusammenhalt der Lebensschutzbewegung sichtbar machen. Deutlich schärfer formulierte der griechisch-katholische Erzbischof Vasil‘ den gesetzgeberischen Anspruch. Er forderte, die heutigen „ungerechten, todbringenden Gesetze“ abzuschaffen und die „Mauer der Gleichgültigkeit“ einzureißen. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)