Slowakei und Polen planen gemeinsamen Johannes-Paul-II.-Pilgerweg
Die Slowakei und Polen wollen bestehende Pilger- und Tourismuswege, die sich auf den heiligen Johannes Paul II. (1920–2005) beziehen, zu einer internationalen Route verknüpfen. Bei einem Treffen der slowakischen Staatssekretärin für Tourismus, Jana Štilichová, mit ihrem polnischen Amtskollegen, Staatssekretär Ireneusz Raś, in Bratislava wurde laut einer Mitteilung der Slowakischen Bischofskonferenz über Vorbereitungen einer solchen Route beraten. Sie soll polnische Wege mit bestehenden slowakischen Strecken insbesondere in der Tatra und der Region Spiš (Zips) verbinden.
Die konkrete internationale Streckenführung steht noch nicht fest. Als Grundlage gibt es bereits den 2003 gestarteten sogenannten Kleinpolnischen Papstweg. Seine Hauptroute führt über rund 231 Kilometer von Kalwaria Zebrzydowska nach Stary Sącz. Zusammen mit zehn weiteren Wegvarianten umfasst das Wegenetz insgesamt rund 620 Kilometer. Der geplante Pilgerkorridor soll das geistliche Erbe des polnischen Papstes mit einem gemeinsamen touristischen und kulturellen Projekt der beiden Länder verbinden, zur Förderung des Pilgertourismus und der regionalen Wirtschaft sowie zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarländern.
Zu den wichtigsten Bezugspunkten gehören Wadowice, die Geburtsstadt Karol Wojtyłas, sowie Kalwaria Zebrzydowska, ein für ihn seit seiner Jugend bedeutender Wallfahrtsort. Der Weg führt weiter in die Beskiden und über den Groń Jana Pawła II, der zu Wojtyłas „Heimatbergen“ gehörte. Weitere markante Stationen, die auch für das künftige Pilgerwegenetz eine Rolle spielen dürften, sind das Marienheiligtum von Ludźmierz, die Tatra und Stary Sącz mit dem Heiligtum der heiligen Kinga und dem Papstaltar. Auch Zakopane mit seinem Heiligtum von Krzeptówki gehört über eine Variante zum Netz der Papstwege. Von Ludźmierz führt diese Strecke weiter über die Tatra bis zum Morskie Oko. Auf slowakischer Seite sollen bestehende Pilger- und Wanderwege in der Hohen Tatra und der Zips angebunden werden.
Johannes Paul II. hatte eine enge Beziehung zu den Bergen. Als Krakauer Erzbischof unternahm Wojtyła regelmäßig Wanderungen und Skitouren und besuchte auch die slowakische Tatra. Während seines Pontifikats reiste er 1990, 1995 und 2003 in die Slowakei. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)