Slowakei: Europas Medienbischöfe beraten über Populismus

Das Erstarken populistischer Bewegungen ist nicht nur eine Herausforderung für westliche Demokratien und Gesellschaften, sondern betrifft auch das kirchliche Leben. Vor diesem Hintergrund tagten seit Wochenbeginn die katholischen Medienbischöfe aus Mittel- und Osteuropa in Bratislava. „Katholizismus und Nationalismus gehen nicht zusammen“, sagte der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr zum Abschluss des Treffens im Kathpress-Interview zur von populistischen Bewegungen forcierten Kritik an der kirchlichen Hilfe für Flüchtlinge. „Aus christlicher Sicht muss Menschen in Not geholfen werden und Nationalität oder Religionsbekenntnis sind dafür keine Kriterien“, hielt Neymeyr fest, der den Vorsitz in der deutschsprachigen Gruppe der Medienbischöfe Europas führt.

Eröffnet wurde die dreitägige Konferenz mit einem Vortrag des Vorsitzenden der Slowakischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislav Zvolenský von Bratislava, über die Situation der Kirche in dem vor 25 Jahren unabhängig gewordenen Land. Der Erzbischof berichtet unter anderem über die in den vergangenen Jahren intensivierten Kontakte mit dem Judentum. Dass es dabei zu „sehr erfreulichen Fortschritten“ gekommen sei, bestätigten auch die Vertreter der örtlichen jüdischen Gemeinde im Rahmen einer Begegnung. In Arbeit ist zudem die Übersetzung wichtiger offizieller Texte zum Verhältnis von Kirche und Judentum auf Slowakisch, die als gemeinsame Publikation bald erscheinen soll.

An der Tagung nahmen Vertreter der Bischofskonferenzen aus Deutschland, Tschechien, Litauen, Österreich, Slowenien, Kroatien sowie aus der Schweiz und der Slowakei teil. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

Drucken

renovabis