Tschechien: Neue Angebote an theologischen Fakultäten

Die drei römisch-katholischen Fakultäten in der Tschechischen Republik bereiten für das nächste akademische Jahr Studienangebote vor, die aktuelle Trends aufgreifen. Einerseits wird im neuen Semester Corona-bedingt die Mitbelegung via Internet ohne physische Teilnahme gestärkt, ebenso jedoch auch ein Angebot speziell für Priester und kirchliche Führungskräfte geschaffen. Die Katholisch-Theologische Fakultät der Prager Karlsuniversität bietet ab dem Herbstsemester im Rahmen der lebenslangen Fortbildung ein zweisemestriges Programm „Management (nicht nur) der Kirche und kirchlicher Organisationen“ an. Die Priester würden auf den Hochschulen nur für 40 Prozent ihrer priesterlichen Agenda ausgebildet, für die restlichen, praktischen 60 Prozent aber überhaupt nicht, so der Prodekan der Fakultät, Benedikt Mohelník.

Daher habe man ein Konzept von vier Kursen ausgearbeitet, das speziell auf die Anforderungen in der Kirche und im nicht gewinnorientierten Sektor zugeschnitten ist, unter besonderer Berücksichtigung der Führungskräfte. Hauptverantwortlicher für das Programm ist der Manager, Unternehmer und ehemalige Vorsitzende des Fonds des nationalen Eigentums Roman Češka (56), der bis vor kurzem selber Theologie studiert hat und als Ökonom der Erzdiözese Prag tätig war.

An der Cyrill-und-Method-Fakultät der Olmützer Palacký-Universität verläuft derzeit die Akkreditierung des Programms „Theologie online“. Die modernen Kommunikationsmittel erlaubten damit „Studenten, die aus verschiedenen Gründen nicht physisch an die Universität kommen, ein vollwertiges Bakkalaureatsstudium zu absolvieren“, so die Verantwortliche des Programms, die Bibelwissenschafterin Dozentin Ivana Gabriela Vlková.

Wer darauf Wert lege, könne an einer Reihe von Seminaren persönlich teilnehmen, der physische Kontakt sei aber keine Bedingung für einen erfolgreichen Studienabschluss, so Vlková. Dutzende Vorlesungen warten in Gestalt von Videoeinspielungen auf ihre Hörer in einem übersichtlichen System, in dem es möglich ist, mit den Lehrkräften direkt zu kommunizieren und mit den übrigen Studenten im Rahmen von Seminaren und Diskussionen zusammenzuarbeiten.

Auch an der Theologischen Fakultät der Südböhmischen Universität in České Budějovice konzentriert man sich auf die Ausweitung des Angebots im Internet. Bereits seit Jahreswechsel, also vor Ausbruch der Covid-19-Epidemie, ist auf dem Youtube-Kanal der Fakultät ein Zyklus zu geschichtlich bedeutsamen „Fragen“ mit kirchlichem Bezug wie der Schlacht am Weißen Berg, deren 400-Jahr-Gedenken dieses Jahr im November ist, zu den Landesheiligen Johannes von Nepomuk und Wenzel sowie zum Josefinismus. Dank der Finanzierung aus dem Entwicklungsprojekt der Universität ist der Zugang zu den Videos gratis und die akademischen Mitarbeitenden freuen sich über den großen Zuspruch auch bei anspruchsvollen Videos. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

Drucken

renovabis