Tschechien: Slawische Benediktinerkongregation wählte neuen Präses

Die Slawische Benediktinerkongregation – ein nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeter Zusammenschluss aus derzeit fünf Klöstern in Tschechien, Kroatien und Slowenien – hat einen neuen Präses gewählt und damit den eigenen Willen eines Fortbestandes bekundet. Die Mitglieder trafen sich am 21. Oktoeber in der Prager Erzabtei Břevnov zum Generalkapitel. Dabei wurde der kroatische Benediktiner P. Jeronim Marin zum Abtpräses gewählt. Er folgt dem aus Österreich stammenden bisherigen Abtpräses Edmund Wagenhofer nach, wie der Benediktinerorden mitteilte.

Der neue Abtpräses ist 46 Jahre alt, wurde in Zagreb geboren, studierte in Zagreb, Einsiedeln und Salzburg Theologie und ist seit 2010 Prior des Klosters Ćokovac auf der dalmatinischen Insel Pašman. In P. Jeronim habe man jemanden gefunden, der auch die Situation der Benediktinerinnen in Kroatien gut kennt und diesen auf dem Weg zu einer Kongregationsbildung weiterhelfen kann, heißt es seitens der Benediktiner.

Hauptthema der Versammlung in Prag war die Frage, ob die Kongregation, die nach 1989 wieder ins Leben gerufen worden war, auch heute noch ihre Daseinsberechtigung habe. Dabei sei ein Blick auf die schon in Vergessenheit geratenen ersten Statuten der Kongregation aus dem Jahr 1947 hilfreich gewesen, hieß es.

Motivation für die damaligen Verfasser waren zum einen die Pflege der Beziehung zu den Ostkirchen, die sich unter anderem in der Feier der Liturgie in anderen Riten manifestieren sollte. Vor allem die Geschichte der Abtei Emauzy in Prag kann diesbezügliche auf eine lange Tradition verweisen. Und zum anderen die ausdrücklich festgehaltene Bereitschaft, sich gegenseitig – auch personell – beizustehen.

In einem weiteren Referat wurde die grundsätzliche Bedeutung einer klösterlichen Kongregation – als Vereinigung mehrerer Klöster unter einer eigenen Leitung – dargelegt und auf die damit verbunden Rechte und Pflichten verwiesen. Als positives Beispiel wurde auch „Cor Orans“ erwähnt, ein päpstliches Dokument, das kontemplative Frauenklöster verpflichtet, sich in einer Kongregation zu vereinen.

Dem scheidenden Abtpräses, P. Edmund Wagenhofer, Prior in Limbus bei Maribor in Slowenien, wurde beim Generalkapitel der Dank für seinen nun schon 25 Jahre dauernden Einsatz für die monastischen Orden in den ehemaligen Ostblockstaaten zum Ausdruck gebracht. Zehn Jahre davon stand er der Slawischen Benediktinerkongregation vor. Der von ihm ins Leben gerufene Ostfonds war seinerzeit eine große Hilfe für einen Neustart vieler Klöster in Tschechien, Slowenien und Kroatien. Der Salzburger Benediktiner leitete zudem 12 Jahre die Erzabtei St. Peter in Salzburg. Als Prior von Maribor will er noch kurze Zeit seine Tätigkeit fortsetzen. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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