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Tschechien: Josef Nuzík neuer Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz

29. Januar 2025

Die Tschechische Bischofskonferenz hat ein neues Leitungsgremium. Bei ihrer Vollversammlung in Prag wählten die Bischöfe Böhmens, Mährens und Schlesiens den Erzbischof von Olomouc (Olmütz), Josef Nuzík (58), zu ihrem neuen Vorsitzenden. Nuzík folgt in dieser Funktion auf den Prager Erzbischof Jan Graubner (76), der die Leitung der Bischofskonferenz seit 2020 und davor von 2000 bis 2010 innehatte.

Neuer stellvertretender Vorsitzender ist der Bischof von Litomerice (Leitmeritz) Stanislav Přibyl (53). Zu Mitgliedern des Ständigen Rats der Bischofskonferenz wurden der Diözesanbischof von Ostrava-Opava (Ostrau-Troppau), Martin David (54), und der Diözesanbischof von České Budějovice, Vlastimil Kročil (63), für eine weitere Funktionsperiode ab dem 29. April 2025 wiedergewählt.

Den beiden Sitzungstagen war am 20. Januar ein Studientag zum Thema Synodalität vorangegangen, an dem neben den Bischöfen auch die Verantwortlichen für den Synodalen Prozess in den einzelnen Diözesen sowie die Mitglieder des nationalen synodalen Rats teilnahmen. Referent war der Generalsekretär der Bischofssynode in Rom, Kardinal Mario Grech.

In seiner Homilie beim Gottesdienst in der Wenzelskapelle des Prager Veitsdoms führte der aus Malta stammende Kurienkardinal Grech aus, die kürzlich begonnene dritte Phase des Synodalen Prozesses sei „nicht als einmaliges Ereignis, sondern als Modus Vivendi et Operandi“ zu verstehen, als „Form des Lebens und der Arbeit der ganzen Kirche“. Die Synodalität sei vor allem als „Frage der Partizipation und des gemeinsamen Zuhörens“ aufzufassen. In diesem Sinne rufe Papst Franziskus immer wieder zur „Dezentralisierung“ und zu einer größeren Einbeziehung der Ortskirchen in die Unterscheidungs- und Entscheidungsprozesse auf.

Eine grundsätzliche Rolle im Synodalen Prozess spielten dabei die „Bischöfe, die als sichtbares Prinzip der Einheit die Verantwortung für die Annahme und Umsetzung des Synodalen Prozesses im Alltagsleben ihrer Ortskirchen“ trügen. Das Schlussdokument der jüngsten Weltsynodenversammlung in Rom biete dafür konkrete Anleitungen. Die nunmehrige dritte Phase der „Realisierung“ stelle nicht bloß einen Aufruf, sondern auch die Gelegenheit zu einer tieferen Verwandlung der Kirche dar.

Als ein Ergebnis der Beratungen beschloss die Tschechische Bischofskonferenz die Schaffung eines „Synodalitätsrats“. Dessen Vorsitz wird der frühere Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Prager Karlsuniversität, Prokop Brož (52), übernehmen, der am 22. Februar zum Weihbischof von Hradec Králové (Königgrätz) geweiht wird.

Mit den Wahlen der 142. Vollversammlung der Tschechischen Bischofskonferenz ist deren personelle Verjüngung weitgehend abgeschlossen. Aus der Reihe jener Diözesanbischöfe, die nach der Samtenen Revolution von 1989, oft nach langer Sedisvakanz, ihr Amt angetreten haben und den Wiederaufbau der kirchlichen Strukturen zu bewältigen hatten, ist jetzt nur mehr der derzeitige Erzbischof von Prag Jan Graubner (76, Erzbischof von Olmütz 1992–2022, seither Erzbischof von Prag) im Amt. Auch einer der Prager Weihbischöfe, der aus der Revolution von 1989 bekannte Václav Malý, vollendet dieses Jahr sein 75. Lebensjahr. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)