Türkei: Metropolit Emmanuel zum Metropoliten von Chalcedon "befördert"

Der griechisch-orthodoxe Metropolit Emmanuel (Adamakis) hat sich Ende Februar im Rahmen eines Gottesdienstes in der orthodoxen Stephanskathedrale in Paris von den Gläubigen seiner Diözese in Frankreich verabschiedet. Der Metropolit stand der griechisch-orthodoxen Metropolie von Frankreich 18 Jahre vor. Nun hat ihn die Hl. Synode des Ökumenischen Patriarchats auf seiner Sitzung vom 16. bis 18. Februar zum Metropoliten von Chalcedon ernannt. Die Metropolis von Chalcedon ist insofern bedeutungslos, als es sich um einen im Prinzip historischen Titel ohne Kirchen bzw. Gläubige im Hintergrund handelt, wiewohl aber um ein ehrenvolles Amt. Gemeinhin gilt das Amt auch als mögliches Sprungbrett für kommende Ökumenische Patriarchen. So war auch Patriarch Bartholomaios vor seiner Wahl Metropolit von Chalcedon.

In den vergangenen Jahren wurde Metropolit Adamakis immer mehr zur rechten Hand von Patriarch Bartholomaios. Er nahm u.a. eine Schlüsselposition bei der Verleihung der Autokephalie an die „neue“ Orthodoxe Kirche der Ukraine (2018/19) ein und ist nach wie vor als „Ukrainebeauftragter“ Konstantinopels im Einsatz. Da Adamakis als Metropolit von Chalcedon seelsorglich wohl kaum ausgelastet sein wird, gehen Beobachter eher davon aus, dass er nun noch mehr in die Führung des Patriarchats eingebunden sein wird. Andere Beobachter vertreten allerdings auch die Meinung, dass der Metropolit damit auf eine Art „Abstellgleis“ befördert wurde.

Emmanuel Adamakis wurde 1958 auf Kreta geboren. 1981 kam er als Stipendiat für einen Deutschkurs ans katholische Ostkirchliche Institut nach Regensburg. Er übersiedelte dann nach Paris, wo er Hörer am Institut Catholique und dem orthodoxen Theologischen Institut Saint-Serge war. 1985 wurde er zum Priester und 1986 zum Hilfsbischof der Metropolis Belgien geweiht. 2003 wurde er von der Hl. Synode des Ökumenischen Patriarchats zum Metropoliten von Frankreich gewählt. Adamakis vertrat u.a. das Ökumenische Patriarchat bei der EU in Brüssel (1994–2014) und war einige Zeit Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Er spielte auch bei der Errichtung des von Saudi-Arabien finanzierten König-Abdullah-Dialogzentrums (KAICIID) in Wien eine wichtige Rolle und ist einer der Vertreter des Christentums im Direktorium des Zentrums. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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