Türkei: Armenische Kirche nach 106 Jahren wiedereröffnet

Ihre erste Messe seit 106 Jahren konnte die armenische christliche Gemeinde in der türkischen Stadt Malatya in Ostanatolien feiern. Die Kirche von Üc Horan war seit 1915 geschlossen und befand sich in einem baufälligen Zustand, wurde zuletzt aber restauriert, u.a. mit öffentlichen Mitteln, wie VaticanNews unter Berufung auf den Nachrichtendienst AsiaNews berichtete. Die offizielle Zeremonie zur Wiedereröffnung fand am vergangenen Wochenende in Anwesenheit des armenischen Patriarchen von Konstantinopel, Sahag Mashalian, statt. Er sprach von einem „Meilenstein“ für die Region und einem Festtag für alle Armenier. Darüber hinaus war die Eröffnung der Kirche am Samstag, 28. August, aber auch ein Freudentag für alle verbliebenen Christen in der Region. So nahm etwa auch der syrisch-orthodoxe Bischof von Adiyaman, Mor Gregorios Malke Ürek, an den Feierlichkeiten teil. Gläubige aus der ganzen Türkei waren für den Festakt angereist. Am Sonntag, 29. August, wurde der erste Gottesdienst gefeiert.

Die Kirche befand sich zuvor in einem so baufälligen Zustand, dass ein Einsturz befürchtet wurde. Sie steht in der Gegend, in der Journalist Hrant Dink aufgewachsen ist. Der armenisch-stämmige Türke war 2007 vor den Sitz seiner Zeitung Agos in Istanbul ermordet worden. Bei der Zeremonie wurde auch seiner gedacht. Künftig sollen in dem Gotteshaus Messen, Hochzeiten und Taufen gefeiert werden, wie es hieß. Es soll aber auch als kulturelles Zentrum genutzt werden.

Die armenisch-apostolische Gemeinde in der Türkei umfasst rund 70‘000 Gläubige, von denen rund 80 Prozent in Istanbul leben. Noch 1914 stand der armenische Patriarch von Konstantinopel 55 armenisch-apostolischen Diözesen mit rund 1,5 Millionen Gläubigen vor. Während des Ersten Weltkrieges und des Genozids an den Armeniern Anfang des 20. Jahrhunderts war das Patriarchat von Konstantinopel vorübergehend aufgelöst. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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