Bosnien-Herzegowina: Präsident Dodik besucht Papst Franziskus

Milorad Dodik, das serbische Mitglied des dreiköpfigen Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina, ist Ende April von Papst Franziskus empfangen worden. In dem „herzlichen Gespräch“ ging es um die „guten bilateralen Beziehungen“ und die katholische Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, aber auch um wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen, wie es in der Pressemitteilung des Hl. Stuhls heißt. Beide Seiten bekräftigten die Notwendigkeit, die „tatsächliche Gleichberechtigung der konstituierenden Völker und ihre Versöhnung“ zu garantieren. Dabei wurde dem Dialog und gegenseitigen Respekt, auch im institutionellen Bereich, besondere Bedeutung beigemessen, um Spaltungen zu überwinden und Frieden zu erreichen. Zudem wurde über die EU-Erweiterungsperspektive auf dem Balkan gesprochen.

Anschließend trafen Dodik, der turnusmäßig den Vorsitz des bosnischen Staatspräsidiums innehat, und seine Delegation, mit dem Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin und Antoine Camilleri, dem Vizesekretär im vatikanischen „Außenministerium“, zusammen.

Im Vorfeld hatte Dodik angekündigt, auch über die umstrittene Heiligsprechung des kroatischen Kardinals Alojzije Stepinac sprechen zu wollen. Er beschränkte sich dann offenbar darauf, Franziskus für die Einsetzung einer gemischten serbisch-kroatischen Kommission zur Klärung der historischen Rolle des Kardinals zu danken. Die Kommission hatte ihre Arbeit allerdings ohne Einigung abgeschlossen.

Eine Woche vor seiner Reise in den Vatikan hatte Dodik erstmals seit seiner Übernahme des Präsidiumsvorsitzes den Erzbischof von Sarajevo, Vinko Kardinal Puljić, besucht. Puljić thematisierte dabei statistische Daten zur katholischen Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina und verwies auf die Notwendigkeit, alle Kriegsopfer zu würdigen. Außerdem ging es um offene Fragen zu Rückgabe kirchlichen Besitzes und die langfristige Finanzierung verschiedener katholischer schulischer Einrichtungen. Der Kardinal und der Präsident waren sich einig, dass die Kirche keine Politik betreibe, aber Berührungspunkte mit dieser habe.

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