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Bosnien-Herzegowina: 70'000 Jugendliche bei Mladifest

28. August 2025

Mit einer großen Sendungsfeier am 7. August und einer Bergmesse am Morgen des 8. August ist das Internationale Jugendfestival in Međugorje zu Ende gegangen. Der Bischof von Mostar-Duvno, Petar Palić, zelebrierte gemeinsam mit dem Apostolischen Visitator Erzbischof Aldo Cavalli und den Bischöfen Vlado Kosić (Kroatien), Everard de Jong (Niederlande), Guido Gallese und Domenico Sigalini (beide Italien) sowie 596 weiteren Priestern den Abschlussgottesdienst. An die 70‘000 Jugendliche hatten daran teilgenommen.

Junge Pilger trugen während der Messe ein Tuch zum Altar, auf dem sie in den vergangenen Tagen ihre Gebete und Danksagungen niedergeschrieben hatten. Zudem überreichten die Bischöfe Vertretern der 71 anwesenden Herkunftsnationen Rosenkränze als Symbol der Sendung. „Seid Evangelisierer in eurer Familie, in eurer Stadt und in eurem Land“, rief dabei der Pfarrer des Marienwallfahrtsortes, Zvonimir Pavičić, die jungen Pilger auf. Sie sollten das in Međugorje Empfangene zu Hause weitergeben.

Bischof Palić bezeichnete in seiner Predigt den Wallfahrtsort in Bosnien-Herzegowina als „Ort des Gebetes und der Gottesbegegnung“, vergleichbar mit dem biblischen Berg Horeb, aus dessen Felsen Wasser strömte. „Wie viele Jugendliche haben hier die Quelle des lebendigen Wassers gefunden!“, so der Bischof von Mostar-Duvno. Der Glaube sei „keine abstrakte Idee, sondern Begegnung mit Jesus Christus“, zitierte er dabei Papst Franziskus. Das sei in den Tagen für die laut Schätzungen bis zu 70‘000 Jugendlichen vor Ort erlebbar geworden; viele hätten hier „Jesus entdeckt“.

Die im Evangeliumstext gestellte Frage Jesu an seine Jünger: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ hätten sich auch die Jugendlichen zu stellen – und sollten dabei nicht mit auswendig gelernten Worten antworten, sondern mit ihrem Leben, so der Bischof weiter. Zugleich warnte er vor einem verkürzten christlichen Glauben: Mit einer Hinwendung zu Jesus und seiner Nachfolge müsse immer auch die Annahme des Kreuzes einhergehen. „Glaube ist nicht nur Trost, sondern ruft auch zur Umkehr und zum Opfer.“

Die bereits 36. Auflage des 1989 erstmals durchgeführten Jugendfestivals stand unter dem biblischen Motto „Zum Haus des Herrn will ich gehen“. Katechesen, Glaubenszeugnisse, Gebetsimpulse, Eucharistiefeiern sowie Musik und Tanz bestimmten das Programm. Am 7. August berichtete etwa der Ire Keith Kelly, wie er mithilfe der Jungfrau Maria, die in Međugorje als „Königin des Friedens“ verehrt wird, vom schwierigen Jugendlichen zum Jugendseelsorger wurde und forderte die Anwesenden auf, ihr Leben mutig Gott anzuvertrauen.

Geprägt war das Festival unter anderem von dem für die Seelsorge in Međugorje zuständigen Franziskanerorden, dessen Provinzial Jozo Grbeš die Jugendlichen am Vortag dazu aufgerufen hatte, ihr Herz wirklich für Gott zu öffnen und sich nicht mit bloßer äußerer Religiosität zufriedenzugeben. Um nicht nur formal Christ zu sein, sei es nötig, Christus konkret nachzufolgen, die Stimme gegen Unrecht zu erheben und Friedensstifter in einer chaotischen Welt zu sein. Die wahre Nachfolge beginne mit dem offenen Hören auf das Wort Gottes und dem Mut, anders zu sein.

Zentral war für Grbeš die Botschaft, wie wichtig es sei, wie Kinder zu werden – im Vertrauen, in der Einfachheit sowie auch im Glauben. Neben der Einladung zur Umkehr betonte er zwei geistliche Realitäten von Međugorje: die Anrede „Liebe Kinder“ in den Botschaften der Jungfrau Maria und den Ruf zum „Frieden zwischen Gott und den Menschen“. Die Jugendlichen forderte er auf, keine Angst zu haben, sich der Welt zu widersetzen und ein authentisches Zeugnis des Glaubens zu leben – mit offenem Herzen, bereit zur Hingabe und Veränderung.

Das Informationszentrum Mir Međugorje stellte seine weltweiten Aktivitäten vor. Insgesamt zehn Sprachzentren mit über 150 Freiwilligen unterstützen die Arbeit, unter anderem durch Pilgerorganisation und Friedensgebete. Über die Stiftung „Centro Međugorje“ werden weltweit Begegnungen und spirituelle Programme organisiert. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)