Bosnien-Herzegowina: Katholische Bischöfe rufen zu Teilnahme an Wahlen auf

Im Anschluss an ihre reguläre Sitzung am 13. und 14. Juli 2018 hat die Bischofskonferenz von Bosnien-Herzegowina eine Botschaft an die Katholiken des Landes gerichtet, in der sie diese zur Teilnahme an den kommenden allgemeinen Wahlen im Herbst aufruft. Dabei verwies sie auf die „moralische Verantwortung“ der Gläubigen „für die Gesellschaft, in der sie leben“. Wahlen seien in einer Demokratie „sehr wichtig“ und „eine große Chance auf einen neuen Anfang“. Die Wähler „haben eine große Verantwortung“, denn in den Wahlen würden sie entscheiden, wer sich um den „Fortschritt der Gesellschaft“ kümmern werde. Zudem würden die Wähler bestimmen, wer „Entscheidungen über die Achtung und Durchsetzung christlicher Werte“ fällen werde, heißt es in der Botschaft weiter.

Die Bischöfe riefen zudem dazu auf, die Würde jedes Menschen zu wahren und seine Rechte zu schützen sowie den Dialog zu pflegen. Außerdem müssten die verschiedenen ethnischen, kulturellen, sprachlichen und religiösen Eigenheiten und Identitäten respektiert werden. Es sei „inakzeptabel“, dass im Parlament wichtige Entscheidungen „ohne die Mehrheit der Abgeordneten einer Volksgruppe“ und somit „gegen deren Willen“ getroffen würden. Kein Volk dürfe sich einen Vorteil auf Kosten eines anderen Volkes verschaffen, mahnten die Bischöfe.

An der Pressekonferenz zum Abschluss der Sitzung rief Bischof Franjo Komarica von Banja Luka zur Lektüre eines von der bosnischen Bischofskonferenz herausgegebenen Büchleins über eine menschliche Politik im Sinne der katholischen Soziallehre auf. Seinen Aufruf richtete er an alle Katholiken, aber auch an „alle anderen, die das wünschen“ sowie „ganz besonders diejenigen, die in den kommenden Wahlen kandidieren“. Die Publikation würde helfen zu erkennen, „was für Politiker dieses Land braucht“.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Vinko Puljić von Sarajevo, zeigte sich mit der Versammlung zufrieden. Es sei „sehr intensiv“ gearbeitet und zahlreiche wichtige Fragen besprochen worden. Besonders erfreulich sei, dass sich die Bischöfe bei allen Entscheidungen einig gewesen seien.

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