Serbien: Dialog mit Makedonischer Orthodoxer Kirche geplant

An ihrer Sitzung im Mai hat die Bischofsversammlung der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) entschieden, den Dialog mit der Makedonischen Orthodoxen Kirche (MOK) weiterzuführen. In ihrem Kommuniqué bezeichnete sie die Lage der ihr unterstehenden Erzdiözese von Ohrid als „schwierig“ und beklagte das „Damoklesschwert neuer gerichtlicher Verfolgungen“ gegen ihre Mitglieder. Dennoch unterstütze die SOK weiterhin den Dialog, um die „Probleme“ mit der MOK zu lösen. Laut der serbischen Zeitung Politika war die Frage der MOK das einzige Thema der Vormittagssitzung am 15. Mai. Die Entscheidung zur Wiederaufnahme des Dialogs wurde dem Hl. Synod zur Umsetzung übertragen.

Die Frage der MOK besprach auch die Hl. Synode des Ökumenischen Patriarchats an ihrer Sitzung vom 9. bis 11. Mai. Die makedonische Regierung und Kirche hatten sich vor einem Jahr mit der Bitte, den kanonischen Status der MOK zu klären, an das Ökumenische Patriarchat gewandt. Davor hatte die MOK bereits die Bulgarische Orthodoxe Kirche darum gebeten, sie bei ihren Bestrebungen nach der Anerkennung ihrer Autokephalie durch die Weltorthodoxie zu unterstützen. Konstantinopel machte in seinem Kommuniqué keine näheren Angaben, dennoch weckte das Aufgreifen des Themas in Nordmakedonien Hoffnungen, dass Konstantinopel eine aktive Rolle bei der Lösung der Frage der MOK übernehmen wolle. Angesichts der Spekulationen, dass Ökumenische Patriarchat in Nordmakedonien ähnlich wie in der Ukraine vorgehen könnte, verneinte jedoch Patriarch Bartholomaios Anfang 2019 in einem ausführlichen Interview klar.

Der russische Patriarch Kirill jedoch hält ein zur Ukraine analoges Vorgehen des Ökumenischen Patriarchats auf dem Balkan nicht für ausgeschlossen. In einem Interview mit der serbischen Tageszeitung Politika Ende Mai erklärte er, Bartholomaios‘ Beteuerungen „garantieren überhaupt nicht“, dass sich das „ukrainische Szenario“ in Nordmakedonien und Montenegro nicht wiederhole. Auch wenn Konstantinopel jetzt keine Absichten hege, die Grenzen der SOK zu verändern, könne sich das schnell ändern, wenn eine entsprechende Bitte oder „höhere kirchliche Notwendigkeit“ auftauche.

Die MOK hat sich 1967 von der SOK abgespalten und einseitig für autokephal erklärt, von den übrigen orthodoxen Kirchen wird sie nicht anerkannt. Seit einer Beinahe-Einigung 2002 bestehen in Nordmakedonien die unkanonische, aber mitgliederstarke MOK und die Erzdiözese Ohrid, die Teil der SOK ist.

Eine isolierte Kirche: Die Makedonische Orthodoxe Kirche

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