Griechenland: Kirche spricht sich gegen Feuerbestattung aus

Die Orthodoxe Kirche von Griechenland will die Bevölkerung mit einer Kampagne über die Gründe für ihre Ablehnung der Feuerbestattung aufklären. Dies hat die Ständige Synode an ihrer letzten Sitzung Anfang November beschlossen. In einer Broschüre soll die kirchliche Position vorgestellt werden, warum die „Einäscherung des Körpers mit der Praxis und der Tradition der Kirche aus theologischen, kanonischen und anthropologischen Gründen unvereinbar“ ist. Hintergrund der Ankündigung ist die Eröffnung des ersten Krematoriums in Griechenland in Ritsona, 75 km nördlich von Athen, Ende September.

Die Anlage zur Feuerbestattung wurde von einem privaten Unternehmen für über vier Mio. Euro gebaut, nachdem die Kommunalbehörden jahrelang erfolglos versucht hatten, Krematorien in den Städten Athen und Thessaloniki zu schaffen. Die lange Verzögerung war hauptsächlich auf den heftigen Widerstand der orthodoxen Kirche zurückzuführen, so hatte die Kirche 2014 in einer Enzyklika Strafen für diejenigen angeordnet, die das Verbot der Feuerbestattung übertreten. Bereits vor 13 Jahren war die Einäscherung in Griechenland legalisiert worden. Bisher gab es jedoch kein Krematorium im Land, so dass jedes Jahr schätzungsweise 1000 Verstorbene zur Einäscherung nach Bulgarien gebracht werden.Mit Blick auf das neue Krematorium hat die Metropolie von Thiva und Livadia die Einäscherung nochmals verurteilt und gedroht, Bestattungsgottesdienste für diejenigen zu verweigern, die sich für eine Kremierung entscheiden. Für bewusste orthodoxe Christen sei es undenkbar, die Erdbestattung abzulehnen und die Einäscherung zu wählen, heißt es in einer Mitteilung der Metropolie.

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