Ukraine: Präsident bittet Religionsgemeinschaften um Hilfe bei Corona-Maßnahmen

Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj hat die Religionsgemeinschaften aufgerufen, im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu helfen. Bei einem Treffen am 19. Oktober, zu dem der Präsident den Allukrainischen Rat der Kirchen und religiösen Organisationen eingeladen hatte, bat er die Religionsvertreter, Menschenansammlungen bei religiösen Veranstaltungen so klein wie möglich zu halten und die Abstände zwischen den Personen zu vergrößern. Zudem rief er dazu auf, Gottesdienste online zu übertragen.

Die Teilnehmer einigten sich auch darauf, dass sich die Behörden rechtzeitig mit den Religionsgemeinschaften über die Arbeitsbedingungen für Kirchen abstimmen, wenn eine Anpassung der Maßnahmen nötig sein sollte. Das Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK), Großerzbischof Svjatoslav (Schevtschuk), wies auf die sozialen Folgen der Pandemie hin. Laut Statistik lebe ein Viertel der ukrainischen Bevölkerung und 80 Prozent der Rentner unter der Armutsgrenze, außerdem wachse die Arbeitslosigkeit. Die UGKK habe deshalb die Aktion „Den Bedürftigen verpflegen“ lanciert, um grundlegende Bedürfnisse von Bedürftigen zu decken. Zudem sei es wichtig, die Ärzte zu unterstützen.

Die Regierung der Ukraine hat am 13. Oktober entschieden, die Corona-Maßnahmen bis Ende 2020 zu verlängern. Dazu gehören Beschränkungen bei Versammlungen, die auch die Kirchen betreffen. Veranstaltungen seien ein Treiber der Pandemie, deshalb müssten sie eingeschränkt werden, erklärte Gesundheitsminister Maksim Stepanov. Das Land ist je nach Situation in ein Farbschema eingeteilt. In den am schlimmsten betroffenen, rot und orange markierten Regionen dürfen nicht mehr als 20 Personen an Veranstaltungen teilnehmen. In gelb eingestuften Regionen sind es 30 Personen und in grünen 50. Unabhängig von der Gefahrenstufe sind Veranstalter verpflichtet, die Einhaltung eines Abstands von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmern sicherzustellen. Das gilt nicht nur für Veranstaltungen in Innenräumen, sondern auch unter freiem Himmel. (NÖK)

Orthodox Apocalypse: Judgment and Hope for Orthodoxy in the Time of Coronavirus

blog gallaher orthodox apocalypseDie Coronavirus-Krise hat die Orthodoxie in einer Phase der Transformation und Identitätskrise getroffen, ihre Auswirkungen werfen schwierige Fragen auf. Darin sehen Brandon Gallaher und Richard René aber auch große Chancen.

Weiterlesen

Kirchen und die Corona-Krise in Osteuropa: Nur der Glaube hilft?

zois spotlight elsner umgang mit corona in osteuropäischen kirchenViele Kirchen in Osteuropa haben sich zunächst ablehnend gegen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung im kirchlichen Leben verhalten. Regina Elsner gibt einen Überblick über kirchliche Positionen und zeigt Gründe dafür auf.

Weiterlesen

COVID-19 and Christian (?) Dualism

blog hovorun coronaIn der Orthodoxie ist eine Diskussion entbrannt, ob das Coronavirus durch die Kommunion übertragen werden kann. Cyril Hovorun beleuchtet die Überlegungen, die der verneinenden Meinung zugrunde liegen und argumentiert dagegen.

Weiterlesen

Drucken

renovabis