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Ukraine: Reliquien des Hl. Dmitrij Donskoj in Sevastopol

24. September 2026

Der Vorsteher des Klosters des Hl. Vladimir in Chersones in der Stadt Sevastopol hat den Reliquien des Hl. Dmitrij Donskoj eine Schutzfunktion gegenüber ukrainischen Drohnenangriffen zugeschrieben. Archimandrit Siluan (Pasenko) behauptete, dass es während einiger Tage weniger Angriffe von ukrainischen Drohnen und daher weniger Luftalarm gegeben habe. Sevastopol liegt auf der ukrainischen Halbinsel Krim, die bereits 2014 von Russland annektiert wurde und regelmäßig Ziel ukrainischer Angriffe ist.

Der Archimandrit erklärte, er sei nicht bemüht, „wundersame Erscheinungen“ mit der ihn umgebenden Realität zu verbinden, da sei er „vorsichtig“. Aber den Rückgang der Angriffe bezeichnete er als „Fakt“. Er fühle „tatsächlich den Schutz Dmitrij Donskojs“. Die Reliquien des Heiligen der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) waren erst kürzlich „aufgefunden“ und sogleich zum Einsatz in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine bestimmt worden. Ein Teil soll an die Front geschickt werden, um sie den dort dienenden russischen Soldaten zugänglich zu machen. Verschiedene Medienkanäle der Krim berichteten jedoch von ukrainischen Drohnenangriffen, so für den 17., als die Reliquien nach Chersones gebracht wurden, und den 19. September. Nach dem 19. verließen die Reliquien Sevastopol.

Ein Priester der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) aus Odessa, Sergej Lebedev, kommentierte auf Facebook die Persönlichkeit des Heiligen. Dazu verwies er darauf, bei der der Patriarch von Konstantinopel Metropolit Kiprian als Leiter der vereinten Territorien der Rus‘ eingesetzt habe, dieser aber vom späteren Heiligen, dem Moskauer Großfürsten Dmitrij Donskoj nicht anerkannt worden sei. Die Gefolgsleute des Großfürsten hätten Kiprian und seine Begleiter gefangengenommen, beleidigt und beraubt. Danach seien sie freigelassen und aus dem Moskauer Gebiet ausgewiesen worden. Daraufhin habe Kiprian die Angreifer und den Großfürsten exkommuniziert und verflucht. Laut habe sich schon damals die Tendenz gezeigt, die „später zu einer der charakteristischen Besonderheiten des Moskauer Kirchenmodells wurde: die weltliche Herrschaft strebt danach, zu kontrollieren, wer genau an der Spitze der Kirche stehen wird“. Das Bild von Dmitrij Donskoj als Vorbild eines orthodoxen Fürsten, der der Kirche und ihren Hierarchen treu ergeben war, halte einer historischen Überprüfung nicht stand. Lebedev räumte ein, dass der spätere Heilige ein tiefgläubiger Mensch gewesen sein könne, aber zugleich sei er ein „harter mittelalterlicher Herrscher“ gewesen, der einen rechtmäßigen Metropoliten verhaften und vertreiben ließ, wenn dieser den „politischen Interessen Moskaus“ zuwiderlief. Bei der Kanonisierung sei es weniger um eine Bewertung des persönlichen Lebens nach streng kirchlichen Kriterien gegangen, sondern um den Fürsten als Symbol für die Vereinigung von Territorien, den Kampf gegen die Goldene Horde und die Stärkung Moskaus. Die Verehrung seiner wiederentdeckten Reliquien werfe die Frage auf, was man an einer historischen Person verehre: die persönliche Heiligkeit oder das nationale Symbol. (NÖK)

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