Zypern: Drei Kandidaten für Erzbischofnachfolge bestimmt

In Zypern hat die orthodoxe Bevölkerung am 18. Dezember drei Kandidaten für die Nachfolge des Oberhaupts der Orthodoxen Kirche von Zypern gewählt. Metropolit Athanasios (Nikolaou) von Limassol erhielt 35,68 Prozent der Stimmen, Metropolit Georgios (Papachrysostomou) von Paphos 18,39 Prozent und Metropolit Isaias (Kykkotis) von Tamassos erreichte 18,1 Prozent. Damit stehen sie der Hl. Synode als Kandidaten für das Amt des Erzbischofs von Zypern zur Auswahl. Die Metropoliten von Constantia, Morphou und Kyrenia erhielten zwischen 3 und 14 Prozent der Stimmen und gelangten nicht in den nächsten Wahlgang.

Kurzfristig hatte die Hl. Synode die Bestimmungen zur Volkswahl geändert. Bisher durften alle orthodoxen Christinnen und Christen, die älter als 18 waren und seit mindestens einem Jahr in Zypern lebten sowie als Wähler registriert waren, wählen. Ende November jedoch entschied die Hl. Synode, das Wahlrecht auf zypriotische Bürgerinnen und Bürger zu beschränken. Damit war die beträchtliche russische Bevölkerung in Zypern, die ca. 50‘000 Personen umfasst, von der Wahl ausgeschlossen. An der Wahl beteiligten sich schließlich nur rund 30 Prozent der Wahlberechtigten.

Metropolit Athanasios und Metropolit Isaias gehören zu den Hierarchen, die gegen die Entscheidung des früheren Oberhaupts der Kirche von Zypern, Erzbischof Chrysostomos (Dimitriou), protestiert hatten, die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) anzuerkennen. Chrysostomos hatte nach vergeblichen Vermittlungsbemühungen im Herbst 2020 Metropolit Epifanij (Dumenko), den Leiter der OKU, kommemoriert. Trotz der öffentlichen Kritik mehrerer Bischöfe stellte sich die Hl. Synode der Kirche von Zypern nicht gegen die Entscheidung von Chrysostomos.

Nach der Untersuchung von drei Beschwerden entschied die Hl. Synode, dass die Wahl des neuen Kirchenoberhaupts am 24. Dezember nach der Göttlichen Liturgie stattfinden wird. Dabei wählen die 16 Mitglieder der Hl. Synode aus den drei Kandidaten den neuen Erzbischof. Dieser braucht eine absolute Mehrheit, also mindestens neun Stimmen. Sollte das keinem der Kandidaten gelingen, folgt ein zweiter Wahlgang mit den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Wenn wieder keiner der Bewerber eine absolute Mehrheit erreichen sollte, würde das neue Kirchenoberhaupt ausgelost.

Erzbischof Chrysostomos verstarb am 7. November. Seither leitet Metropolit Georgios von Paphos als locum tenens vorübergehend die Kirche. (mit Material von Kathpress) (NÖK)

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