Serbien: Bischofsversammlung bestätigt Absetzung von Erzbischof Justin und äußert sich zur Ukraine
Die Bischofsversammlung der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) hat entschieden, Metropolit Justin (Stefanović) von Žiča von der Leitung seiner Eparchie zu entbinden. Die Bischöfe hätten „die Situation in der Eparchie Žiča“, ihre „materiell-finanzielle Wirtschaftsweise“ und die „Frage der Verantwortung des zuständigen Bischofs“ „detailliert analysiert“ und würden mit diesem Schritt eine „reguläre kirchlich-rechtliche Ordnung“ in der Eparchie wiederherstellen. Der Hl. Synod der SOK hatte Metropolit Justin bereits im Februar 2026 für die Zeit bis zur Bischofsversammlung von seinem Posten abgesetzt. Ihm werden verschiedene Finanz- und Wirtschaftsdelikte vorgeworfen. In der Öffentlichkeit wird das Vorgehen gegen ihn jedoch verbreitet als politisch motiviert wahrgenommen, da er einer der wenigen Bischöfe ist, der klar die Massenproteste gegen die Regierung unterstützt.
Die alljährliche Bischofsversammlung unter der Leitung des serbischen Patriarchen Porfirije fand am 13. und 14. Mai in Belgrad statt. Dabei besprachen die Bischöfe auch die Beziehungen zu den anderen orthodoxen Lokalkirchen und die „Folgen der unkanonischen Aktivitäten verschiedener religiöser Gruppierungen auf dem kanonischen Territorium unserer Kirche“. Zudem ging die Bischofsversammlung auch auf „spirituelle und geopolitische Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen und Krisen“ in der ganzen Welt ein. Dabei diskutierte sie das „weiterhin aktuelle Thema des Leidens der Ukrainischen Orthodoxen Kirche“, das von der aktuellen ukrainischen Regierung verursacht werde. Ihr würden Immobilien, Kirchen und Klöster weggenommen sowie ihre Bischöfe, Geistlichen und Mönche verfolgt. So würden die Menschenrechte und grundlegenden Freiheiten der „einzigen kanonischen Kirche in der Ukraine“ verletzt, daher erhebe die Bischofsversammlung erneut ihre Stimme zum Schutz der „entrechteten und verfolgten orthodoxen Brüder“ und appellierte an alle zuständigen internationalen Institutionen, nicht die Augen vor „diesem großen Unrecht“ zu verschließen.
Bei der Besprechung der kirchlichen Bildungsarbeit thematisierten die Bischöfe auch die geplante Gründung einer serbischen orthodoxen Universität, die den Namen „Sveti Sava“ tragen soll. Dazu hatten die SOK und der Staat im April 2026 ein Memorandum unterzeichnet, das in der Öffentlichkeit jedoch teilweise auf Kritik gestoßen war. Die Bischofsversammlung sieht in der Idee einer orthodoxen Universität einen „Ausdruck von Verantwortung und Bemühungen für alle, die ihre Bildung unter der Schirmherrschaft der Kirche erwerben möchten, vor allem, weil sie Bildung und das Schulwesen, Aufklärung und Studium nicht in erster Linie als Prozess des Erwerbs bestimmter Kenntnisse, sondern in erster Linie als Entwicklung der Tugend und Weg der Gotteserkenntnis verstehen“. (NÖK)

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