Nordmakedonien: Belgrad erkennt Autokephalie der Makedonischen Orthodoxen Kirche an

Die Serbische Orthodoxe Kirche (SOK) hat den Antrag der Makedonischen Orthodoxen Kirche (MOK) auf kirchliche Unabhängigkeit (Autokephalie) akzeptiert. In der gemeinsamen Liturgie am 24. Mai mit dem Oberhaupt der MOK, Erzbischof Stefan (Veljanovski), in der nordmakedonischen Hauptstadt Skopje erklärte Patriarch Porfirije: „Die Hl. Bischofsversammlung ist einstimmig und einmütig auf die Bitten der MOK – Erzbistum Ohrid eingegangen, daher segnet, billigt, akzeptiert und erkennt die Bischofsversammlung unserer Kirche die Autokephalie.“

Die Bischofsversammlung der SOK habe den Hl. Synod und den Patriarchen zusammen mit Erzbischof Stefan und seinem Hl. Synod beauftragt, „alle technisch-organisatorischen Details auszuarbeiten“, danach werde die feierliche Proklamation durch einen entsprechenden offiziellen Akt folgen. Danach würden alle orthodoxen Lokalkirchen gemäß ihrer kanonischen Ordnung informiert und aufgerufen, den autokephalen Status der MOK – Erzbistum Ohrid anzuerkennen. Erzbischof Stefan dankte der SOK für die Anerkennung der Autokephalie der MOK, auf den seine Kirche lange gewartet habe.

Die Anerkennung der Autokephalie der MOK seitens der SOK beendet einen 55-jährigen Kirchenkonflikt. Nachdem sich die MOK 1967 einseitig von der SOK getrennt hatte, galt sie sie in der Gesamtorthodoxie als „schismatisch“. Anfang Mai hatte zuerst das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel wieder die eucharistische Gemeinschaft mit der MOK wiederhergestellt, aber darauf hingewiesen, dass die MOK die administrativen Fragen mit der SOK klären müsse. Die Bischofsversammlung der SOK hatte am 16. Mai entschieden, die MOK wieder in die Kirchengemeinschaft aufzunehmen und ihr den Status einer autonomen Körperschaft innerhalb der SOK zugestanden.

Mit der jüngsten Entscheidung erfolgt nun der Schritt von der Autonomie zur Autokephalie der MOK. Dabei sind jedoch noch einige schwierige Detailfragen zu klären. Erstens, wie die neue autokephale Kirche heißen soll, so hat das Ökumenische Patriarchat die MOK als „Erzbistum von Ohrid“ anerkannt und den Begriff „makedonisch“ und alle Abwandlungen von „Makedonien“ ausgeschlossen. Zudem beschränkte der Phanar das kanonische Territorium der Kirche auf das Gebiet der Republik Nordmakedonien. Zweitens muss dass weitere Prozedere auf dem Weg zur Verleihung der Autokephalie zwischen Belgrad, Skopje und Konstantinopel geklärt werden, da es dazu bis heute kein gesamtorthodox geregeltes Verfahren gibt.

Grundsätzlich wurde schon 2009 bei einer Sitzung der Interorthodoxen Vorbereitungskommission für das Panorthodoxe Konzil der Versuch unternommen, ein gesamtorthodox anerkanntes Prozedere zu entwickeln. Für den Fall, dass eine Ortskirche ihrer Mutterkirche den Wunsch nach Autokephalie vorlegt, schlug die Vorbereitungskommission vor, dass ein Landeskonzil der Mutterkirche dieses Ansuchen prüfen muss. Stimmt das Konzil zu, so setzt die Mutterkirche das Ökumenische Patriarchat darüber in Kenntnis. Dieses wiederum informiert die übrigen autokephalen Landeskirchen und klärt ab, ob zur angestrebten Autokephalie ein panorthodoxer Konsens besteht. Dieser ist gegeben, wenn jede der autokephalen Landeskirchen auf einem Landes- oder Bischofskonzil ihre Zustimmung erklärt. (NÖK)

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