Deutschland: OBKD-Vorsitzender lehnt Rotationsprinzip ab

In einer Erklärung hat Metropolit Augoustinos (Lambardakis) von Deutschland den Vorschlägen von zwei russischen Bischöfen, die Arbeitsweise der Orthodoxen Bischofskonferenz von Deutschland (OBKD) zu ändern, eine Absage erteilt. Insbesondere die Idee von Erzbischof Tichon (Zajcev), des Leiters der Berliner Diözese des Moskauer Patriarchats, zu einem „rotierenden Vorsitz“ der OBKD hält Augoustinos für „ekklesiologisch utopisch“ und „praktisch nicht durchführbar“.

Die OBKD und die anderen elf derartigen Gremien in der Welt seien das „Resultat eines 2009 gemeinsam gefassten Beschlusses der IV. Präkonziliaren Panorthodoxen Konferenz in Chambésy“ und könnten deshalb nicht so einfach umstrukturiert werden, so Metropolit Augoustinos. Abschließend bekannte er sich zur ökumenischen Zusammenarbeit, die „mit Phantasie und Kreativität realisiert“ werden soll. Die orthodoxen Gläubigen und Geistlichen in Deutschland „ermutigt“ er zur „Weiterführung und Stärkung der orthodoxen Zusammenarbeit“.

Die drei russischen Erzbischöfe nehmen derzeit nicht an den Sitzungen der OBDK teil, da die Russische Orthodoxe Kirche (ROK) als Reaktion auf die ukrainische Kirchenfrage im Oktober 2018 die eucharistische Gemeinschaft mit dem Ökumenischen Patriarchat abgebrochen und ihren Geistlichen die Teilnahme in Gremien unter dessen Vorsitz untersagt hat. Daher hatte sich Erzbischof Tichon im Vorfeld ihrer Frühjahrssitzung an die OBKD gewandt und eine regelmäßige Rotation oder eine freie Wahl des Vorsitzenden der Bischofskonferenz vorgeschlagen. Erzbischof Mark (Arndt) von Berlin von der Russischen Auslandskirche hatte bereits im Februar einen offenen Brief an die OBKD-Mitglieder gerichtet. Beide Bischöfe bekräftigten die russische Position in Bezug auf die neue Orthodoxe Kirche der Ukraine und das Vorgehen des Patriarchats von Konstantinopel, drückten aber auch ihre Wertschätzung für die gemeinsame Arbeit der OBKD aus.

An ihrer Frühjahrssitzung vom 23. März bewerteten die anwesenden OBKD-Mitglieder die Briefe der russischen Bischöfe grundsätzlich als „Plädoyer für die weitere Existenz und die Fortsetzung der Arbeit der Orthodoxen Bischofskonferenz“. Allerdings stelle die insbesondere von Erzbischof Tichon vorgeschlagene Neuordnung im Vorsitz der OBKD „eine Änderung des panorthodoxen Beschlusses zur Gründung und der Organisation der Bischofskonferenzen“ dar und könne deshalb nur panorthodox beschlossen werden. Dies übersteige die Kompetenzen der OBKD. Gleichzeitig luden die OBKD-Mitglieder die russischen Bischöfe zu einem „informellen Gespräch über die weitere Zusammenarbeit“ ein.

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