Ukraine: Interaktive Karte von besetzten Kirchen online

Seit der Gründung der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) kursieren zahlreiche widersprüchliche Berichte über die Zahl der Gemeinden, die sich einerseits der neuen Kirche angeschlossen haben oder andererseits von deren Anhängern gewaltsam übernommen wurden. Laut Gesetz ist es den ukrainischen Gemeinden erlaubt, entsprechend dem Willen einer Zweidrittelmehrheit ihrer Mitglieder die Jurisdiktion zu wechseln. Gemäß Angaben der OKU und ihrer Unterstützer hätten Hunderte von Gemeinden der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK, Moskauer Patriarchat) von diesem Recht Gebrauch gemacht. Der UOK und russischen Berichten zufolge hat jedoch nur eine kleine Anzahl von Gemeinden diesen Schritt freiwillig unternommen; Metropolit Onufrij (Berezovskij), das Oberhaupt der UOK, nannte dabei kürzlich die Zahl 42.

Die UOK betont jedoch immer wieder, viele ihrer Kirchen seien ihren Gemeinden gewaltsam entrissen worden. Nun hat sie dazu eine interaktive Karte erstellt und online zugänglich gemacht. Auf dieser sind aktuell 64 (Stand 4. April 2019) angegriffene Kirchen verzeichnet, die meisten liegen im Westen der Ukraine. Mit einem Klick auf die Kirchenicons öffnet sich eine kurze Erläuterung zu den Ereignissen. Laut der UOK widerspiegelt die Karte die „tatsächliche Statistik“ der besetzten Kirchen in der Ukraine „präzis“.

Vorgestellt wurde die Karte an einer Pressekonferenz am 26. März im Kiewer Höhlenkloster. Dabei wurden auch die Bemühungen der UOK geschildert, international Unterstützung gegen die Verletzung der Rechte ihrer Gläubigen zu mobilisieren. Zudem wurden die anwesenden Journalisten über eine Klage gegen das ukrainische Kulturministerium informiert, die die UOK eingereicht hat. Dabei geht es um ein neues Gesetz, das Religionsgemeinschaften, deren administratives Zentrum in einem „Aggressorstaat“ liegt, vorschreibt, den Namen ihres Zentrums in ihrer Bezeichnung zu führen. Dementsprechend müsste die UOK bis am 26. April ihren Namen ändern und sich unter diesem neu registrieren lassen. Sie hält das Gesetz aber für diskriminierend und will sich auf juristischem Weg dagegen wehren.

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