Ukraine: Staat entzieht UOK zwei Kirchen des Höhlenklosters

Seit Beginn des neuen Jahres darf die Ukrainische Orthodoxe Kirche (UOK) zwei Kirchen auf dem Areal des Kyjiwer Höhlenklosters nicht mehr nutzen. Auf Empfehlung des Kulturministeriums hat die Museumsleitung des Höhlenklosters, welche die sog. obere Lavra verwaltet, den Ende 2022 auslaufenden Pachtvertrag mit der UOK für die Mariä-Entschlafens-Kathedrale und die Refektoriumskirche nicht verlängert. Die Kathedrale ist die wichtigste Kirche des Klosterkomplexes, der einer der bedeutendsten der Ukraine ist. Die beiden Kirchen befinden sich auf dem Gebiet der oberen Lavra, die Klosteranlagen der unteren Lavra werden weiterhin von der UOK genutzt. Das ganze Areal gehört dem Staat, der die untere Lavra seit 2013 unbefristet an die UOK verpachtet. Dort residiert auch das Oberhaupt der UOK, Metropolit Onufrij (Berezovskij).

Eine Kommission, bestehend aus Vertretern des Kulturministeriums, der UOK, des Museums sowie Juristen, hatte zwischen Neujahr und dem 5. Januar die beiden Kirchen inventarisiert. Zum Abschluss wurde ein Dokument über die Rückgabe an den Staat unterschrieben, wobei der Abt des Höhlenklosters, der Teil der Kommission war, nicht an der Sitzung teilnahm und somit auch nicht unterschrieb. In einem Schreiben an den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj beklagte er, dass die Klostergemeinschaft erst am 26. Dezember informiert worden sei. Er lebe seit 30 Jahren als Abt ständig im Höhlenkloster, mit ihm 220 Mönche, die „ständig für unseren Staat, für unsere Armee beten“. Bis zum Krieg hätten sie jeden Tag Gottesdienste in den beiden Kirchen gefeiert und sie instandgehalten, erklärte Metropolit Pavel (Lebed) weiter.

Die Bruderschaft des Höhlenklosters beklagte in einem offenen Brief an den Präsidenten, Ministerpräsidenten, Kulturminister und alle Bürger die „sich in letzter Zeit verstärkenden Verletzungen der Rechte des Klosters und seiner Gemeindemitglieder“. Sie verwies darauf, dass die Lavra ab 1988 „mit den Kräften und Mitteln“ des Klosters, der Bruderschaft, von Gönnern und Gläubigen wieder aufgebaut worden sei. Der Staat als Eigentümer habe keine „substanziellen Maßnahmen zur Restaurierung und Erhaltung der Kirchen“ unternommen und tue das auch aktuell nicht, die staatlichen Mittel für diese Zwecke seien „unbedeutend“. Zudem gebe das Kloster monatlich beträchtliche Summen für Strom und Heizung aus, obwohl die Kirchen auf Kosten des Staates geheizt werden müssten. Die Mönche warnten zudem, dass die Verfolgung der Orthodoxen Kirche, „wie die Geschichte zeigt, nicht nur den Organisatoren und Teilnehmern solcher schändlicher Taten sowie ihren Nachfahren Unglück und Kummer bringt, sondern auch diesem Land und diesem Staat“.

Anstelle der UOK durfte am 7. Januar die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) in der Entschlafens-Kathedrale einen Weihnachtsgottesdienst feiern, was deren Oberhaupt, Metropolit Epifanij (Dumenko), als „historisches Ereignis“ bezeichnete. Es sei ein großes Geschenk Gottes zur Zeit schwerer Prüfungen, dass in der Hauptkathedrale des Höhlenklosters „erstmals das ukrainische Gebet der lokalen autokephalen Orthodoxen Kirche der Ukraine erklingt“. In seiner allabendlichen Videobotschaft bezeichnete Präsident Zelenskyj am 7. Januar den Tag als „historisch für die Ukraine und die spirituelle Unabhängigkeit unseres Volkes“. Es habe ihn gefreut, dass viele Gläubige und viele Soldaten den Gottesdienst besucht hätten, an diesem „heiligen Ort“, der eine der „Quellen der ukrainischen Kulturtradition“ sei. Es sei sehr wichtig, dass es in der Lavra ein „aufrichtiges Gebet für die Ukraine“ gegeben habe und weiter geben werde. Niemand „wird mehr in der Lavra das Ukrainische zu etwas Fremdem machen“, sagte Zelenskyj weiter.

Die UOK betrachtet die Beendigung des Pachtvertrags als nicht rechtmäßig. Ihre Rechtsabteilung verwies darauf, dass entsprechend dem Kriegsrecht Pachtverträge automatisch ihre Gültigkeit behielten, auch wenn sie ausliefen, und bis auf vier Monate nach Kriegsende verlängert würden. Zugleich geht jedoch die Regierung weiter gegen Vertreter der UOK vor. Mit einem Erlass entzog Präsident Zelenskyj 13 Geistlichen die ukrainische Staatsbürgerschaft. Die meisten von ihnen sind in von Russland besetzten Gebieten aktiv, unter ihnen ist Metropolit Ionafan (Jeletskich) von Tultschyn, gegen den eine Untersuchung des Inlandgeheimdienstes läuft. Schon im Dezember hatte der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat unter Leitung von Zelenskyj mehrere Geistliche der UOK mit Sanktionen belegt, unter ihnen Metropolit Pavel, der Vorsteher des Kyjiwer Höhlenklosters. Zurzeit laufen über 50 Untersuchungen gegen Geistliche.

Ende Dezember entschied das ukrainische Verfassungsgericht, dass das Gesetz über die Umbenennung der UOK verfassungskonform ist. Das umstrittene Gesetz Nr. 5309 war Ende 2018 verabschiedet worden und besagt, dass Religionsgemeinschaften, die Teil einer religiösen Organisation mit Sitz in einem „Aggressor-Staat“ sind, dies in ihrem Namen anzeigen müssen. Die UOK beteuert aber, dass sie seit ihrem Landeskonzil im Mai 2022 völlig von der Russischen Orthodoxen Kirche unabhängig ist, der sie bis dahin unterstand. Sollte das Gesetz umgesetzt werden, wäre Vertretern der UOK der Zugang zu den ukrainischen Streitkräften verwehrt, merkte der Leiter der Rechtsabteilung der UOK an. Somit könnten Gläubige der UOK keinen Militärdienst mehr leisten, befürchtet er. (NÖK)

Ukraine’s largest Orthodox church accused of collaborating with Russia

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Some Reflections on the Declaration on the “Russian World” Teaching

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statement evangelische bildungseinrichtungen der ukraineVertreter meherer evangelischer theologischer Bildungseinrichtungen in der Ukraine haben den russischen Krieg gegen die Ukraine verurteilt, aber auch das teilweise Schweigen ihrer Glaubensgeschwister in Russland und internationaler Partner.


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A statement of solidarity with the Orthodox declaration on the “Russian World” (russkii mir) teaching, and against Christian Nationalism and New Totalitarianism

statement of solidarity with russian world declarationMit dem Statement unterstützen nicht-orthodoxe Theologinnen und Theologen die Ablehnung des Konzepts der "Russischen Welt", die seit Beginn des Kriegs in der Ukraine von orthodoxer Seite wiederholt zu hören war.


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Kiev Pechersk Lavra, covered with snow. Cloudy winter morning. Aerial drone view.Ein Besuch von Papst Franziskus in Kiew wäre ein symbolträchtiger Schritt, der zum Frieden beitragen könnte, findet Konstantin Sigov. Zudem sei es unabdingbar, diejenigen, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hätten, vor Gericht zu stellen.


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The UOC-MP at the Crossroads

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Die Kirche muss die Wahrheit bezeugen

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blog bremer ukraine und russkij mirMehr als die Konzeption der "Russischen Welt" ist die Ablehnung der Existenz einer ukrainischen Nation und Staatlichkeit ein wichtiger Faktor für die Rechtfertigung des russischen Kriegs gegen die Ukraine, argumentiert Thomas Bremer.


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Stellungnahme des "Arbeitskreises Orthodoxer Theologinnen und Theologen im deutschsprachigen Raum

Stellungnahme Krieg Ukraine 2022 03 18Der Arbeitskreis orthodoxer Theologinnen und Theologen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verurteilt die Instrumentalisierung des Glaubens und solidarisiert sich mit Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine.


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Vom "homo sovieticus" zum "homo dignus"

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hintergrund oeldemann krieg in der ukraine feinschwarzEntsetzen löst aus, auf welche Weise die Führung der Russischen Orthodoxen Kirche Putin und seinen Angriffskrieg unterstützt. Johannes Oeldemann skizziert, was der Ukraine-Krieg für die Orthodoxe Kirche langfristig bedeuten könnte.


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A Declaration on the "Russian World" (Russkii Mir) Teaching

hintergrund declaration on russian world Orthodoxe Theologinnen und Theologen weltweit verurteilen in einer Deklaration die Vorstellung der "Russischen Welt", die in den letzen Jahren vom russischen Staat und Patriarch Kirill propagiert wurde. Die Lehre von der "Russsichen Welt" sei eine "Häresie".


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Kirchliche Reaktionen in Belarus auf die russische Invasion in der Ukraine

Hintergrund statement christliche visionPutins Krieg gegen die Ukraine wird auch von Belarus aus geführt. Natallia Vasilevich beleuchtet die Reaktionen der katholischen und orthodoxen Kirche in Belarus auf die Invasion im Nachbarland.


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The End of the Russian Orthodox Church as we Know it

hintergrund rimestad krieg in der ukraineIn seinem Essay analysiert Sebastian Rimestad die neusten Entwicklungen im Moskauer Patriarchat in Bezug auf den Krieg in der Ukraine, insbesondere die Predigt von Patriarch Kirill am 6. März und mögliche Perspektiven für das Patriarchat.


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Dorn im Auge Putins: Die Freiheit der Ukraine

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UCU: We demand action!

Logo UCU croppedDie Ukrainische Katholische Universität in Lviv ruft dazu auf, die Zusammenarbeit aufrecht zu erhalten, sie und ihre Studierenden beim Wiederaufbau zu unterstützen und Teil des Network of Solidarity and Strategic Partnership with Ukrainian Catholic University (2022–2026) zu werden.


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csm GSCO Logo 26d4a490a0Die Arbeitsgemeinschaft, die mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im deutschen Sprachraum vereinigt, die sich mit dem Christlichen Osten befassen, verurteilt in ihrer Stellungnahme den Angriff Russlands auf die Ukraine und ruft zu Frieden auf.


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Debatte: Russland, die Ukraine und der Westen

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Nachgefragt bortnyk webIn den frühen Morgenstunden des 24. Februar hat die russische Armee die Ukraine angegriffen. Sergii Bortnyk berichtet aus Kiew von den Reaktionen der Bevölkerung, der Politik und der Kirchen auf diese beispiellose Aggression.


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NÖK Nachgefragt: Kirchen zum Ukraine-Konflikt

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