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Zypern: Ukrainischer Geistlicher an Einweihung von russischer Kirche

30. Mai 2024

Metropolit Antonij (Severjuk), der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, hat vom 18. bis 21. Mai 2024 Zypern besucht. Neben verschiedenen Treffen mit Vertretern der Orthodoxen Kirche von Zypern und Diplomaten sowie Besuchen von Kirchen und Klöstern leitete Antonij auch die Weihe der Kirche des Hl. Nikolaj des Wundertäters in Limassol, an der der Metropolit von Limassol und ein Vertreter des Jerusalemer Patriarchats teilnahmen. Die Kirche dient der lokalen russischen Gemeinde.

Ebenfalls an der Kirchweihe anwesend war Protodiakon Vadym Novinskyj von der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK). Novinskyj ist ein ukrainischer Oligarch und früherer Abgeordneter. Er steht der UOK schon lang nahe und gilt auch als Geldgeber, inzwischen ist er Protodiakon. Er gehört zu den Geistlichen der UOK, die vom Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine (SNBO) mit Sanktionen belegt wurden.

Aktivisten der UOK kritisierten seine Teilnahme an der Kirchweihe auf Zypern, da diese ein schlechtes Licht auf die UOK wirft, die im Mai 2022 ihre Unabhängigkeit von der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) erklärt hatte. Seither bemüht sie sich, in der Ukraine als unabhängige Kirche wahrgenommen zu werden, die nichts mehr mit der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) zu tun hat, deren Leitung den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine offen unterstützt. Die Aktivisten beklagen, dass sich die Gläubigen der UOK ungeachtet möglicher Risiken für den Schutz ihrer Heiligtümer einsetzen und sich darum bemühen zu beweisen, dass die UOK proukrainisch sei. Novinskyj, als Person, die eng mit der UOK assoziiert werde, nehme dagegen trotz des Kriegs an der Eröffnung einer russischen Kirche teil und konzelebriere mit Geistlichen der ROK. Nicht nur vom moralischen Standpunkt finden die Aktivisten seine Teilnahme verwerflich, sie befürchten, dass sie den „zahlreichen Feinden“ der UOK als „Rechtfertigung für die Verfolgung“ dienen wird. (NÖK)